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Lachendorf Reptilien fühlen sich in André Gebharts Wohnzimmer wohl
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Reptilien fühlen sich in André Gebharts Wohnzimmer wohl
11:43 28.02.2014
Von Karin Dröse
Andre Gebhard und - eine seiner Bartagamen. Quelle: Benjamin Westhoff
Lachendorf

Schmusetiere sind André Gebharts Bartagamen nicht. Die Reptilienart, die in Australien zu Hause ist, kann ganz schön pieken: Ihr „Bart“ besteht aus Stachelreihen an Kopf und Körper, die er bei unvorsichtigen Berührungen zu spüren bekäme. Natürlich weiß der gelernte Papiermacher, wie er mit ihnen umgehen muss. Seine drei Bartagamen wohnen in direkter Nachbarschaft mit Wüstenrennmäusen und Zwergsiebenschläfern. Die mögen es allesamt warm. 28,9 Grad zeigt das Thermometer unter der Wärmelampe. Eine Tatsache, die die Stromrechnung der Familie in die Höhe treibt.

Die Bartagamen hatten bereits Nachwuchs. Für Gebhart ist das ein Beweis, dass sich die Tiere bei ihm im Wohnzimmer wohlfühlen. „Die Eier – 12 und 14 Stück waren es – sind weich und werden von seiner Lebensgefährtin Steffi Jungk mit einem Esslöffel aus dem Gelege geholt. Im Brutkasten werden sich warm und feucht gehalten. Und nach 80 bis 90 Tagen schlüpfen die Jungen“, erzählt Gebhart stolz. Den Nachwuchs hat der 43-Jährige auf einer Exotenbörse verkauft. Bei solchen Börsen kauft er selbst seine Tiere und tauscht sich mit Tierhaltern aus.

Neben Terrarien hat Gebhart auch Aquarien: Im Wasser leben seine Axolotl. Die mexikanischen Wassermolche erinnern mit ihrem Kiemenästen ein wenig an Urtiere, wenn sie durch das Aquarium gleiten. Gegenüber und zwar direkt am Esstisch steht das Terrarium mit einer roten Kornnatter. Dass er die 140 Zentimeter lange Schlange sein Eigen nennt, verdankt Gebhart seiner Lebensgefährtin. Als sie beim ihm einzog musste die Vogelspinne, die bis dahin hier zu Hause war, ausziehen. Gefüttert wird die Schlange einmal wöchentlich mit selbst gezüchteten Mäusen. Leuchtend grün ist ein Jemen-Chamäleon, das ruhig auf einem Ast sitzt und alles beobachtet.

Die Daumennagel großen Pfeilgiftfrösche, die André Gebhart ebenfalls hält, haben ordnungsgemäß eine Cites-Bescheinigung, denn die Nachzucht unterliegt dem Washingtoner Artenschutzabkommen. „Giftig sind sie nur in ihrer Heimat, denn dort ernähren sie sich von giftigen Ameisen.“ Weil es die Regenwaldbewohner feucht mögen, werden sie per Zeitschaltuhr zweimal täglich mit einer Regenanlage besprüht.

Warum sein Wohnzimmer zum Lachendorfer Minizoo geworden ist, ist eine längere Geschichte. Schon als Kind liebte André Gebhart Tiere: „Ich hatte Meerschweinchen, einen Kater, einen Hund, Wellensittiche.“ Der praxisnahe Biologieunterricht seines Lehrers an der damaligen Realschule Lachendorf tat ein Übriges. Und so hat er sich von seinem ersten Lehrlingsgeld ein großes Aquarium gekauft. Demnächst soll im Garten noch ein kleiner Teich mit Wasserfall dazukommen, der heimischen Echsen ein Zuhause bietet. Karin Dröse