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Lachendorf Rettungswache zieht von Wienhausen nach Lachendorf um
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Rettungswache zieht von Wienhausen nach Lachendorf um
16:08 22.09.2017
Wenn ein Rettungswagen von Wienhausen nach Hohne ausrücken muss, dauert es oft länger als die gesetzlich vorgesehenen 15 Minuten. Mit der Verlegung der Rettungswache nach Lachendorf soll es künftig schneller gehen. Quelle: Andreas Gebert
Lachendorf

Für Ehrhard Thölke geht damit ein langer Kampf zu Ende: „Ich freue mich, weil in einem lebenswichtigen Punkt die Versorgung hergestellt wird.“ Thölke war 35 Jahre lang Bürgermeister von Hohne und hat die Verlegung der Wache in den 1990er Jahren „von Anfang an mit Skepsis begleitet“.

Die Zahlen bestätigten Thölkes Befürchtungen: Der Rettungswagen schaffte es oft nicht in 15 Minuten von Wienhausen nach Hohne. Der sogenannte „p95-Wert“ sieht vor, dass bei 95 Prozent der Einsätze im Landkreis Celle der Einsatzort innerhalb der vorgeschriebenen 15 Minuten erreicht wird. In Hohne wurde die Vorgabe nur in 50 Prozent der Fälle erfüllt, obwohl seit einigen Jahren auch Fahrzeuge von der Rettungswache in Ahnsen (Landkreis Gifhorn) nach Hohne ausrückten. Nach dem Neubau der Rettungswache in Lachendorf wird die Kooperation eingestellt. „Man kann sich nur bedanken, dass Ahnsen so lange solidarisch war“, sagt Thölke.

Warum jetzt der Sinneswandel und die Rückverlegung der Rettungswache nach Lachendorf? „Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Versorgung aus dem Kreis heraus geschehen muss“, begründet der Erste Kreisrat Michael Cordioli. Auf Kooperationen wie zwischen Hohne und Ahnsen oder auch zwischen Unterlüß und Bahnsen (Landkreis Uelzen) soll somit künftig nicht mehr gesetzt werden.

Der Landkreis soll weiterhin mit fünf Rettungswachen auskommen. Zurzeit stehen Einsatzfahrzeuge in Wienhausen, Winsen, Eschede, Beckedorf und Celle. Neben der Verlegung der Wienhäuser Wache soll sich auch in Winsen und Beckedorf etwas tun. Die Winser Rettungswache soll in Südwinsen einen neuen Standort bekommen, da die jetzigen Räume nicht mehr den modernen Ansprüchen genügen. Die Beckedorfer Wache soll dank einer neuen Außenstelle in Hermannsburg den Nordkreis und insbesondere Unterlüß besser abdecken. Die Kosten pro Neubau schätzt Cordioli auf 1,1 Millionen Euro.

Wenn es nach Thölke geht, soll es nach der Entscheidung des Kreisausschusses so schnell wie möglich losgehen – schließlich geht es im Ernstfall um Menschenleben.

Von Amelie Thiemann