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Lachendorf SPD nominiert Schmidt und Von Pogrell
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf SPD nominiert Schmidt und Von Pogrell
15:31 17.03.2012
Maximilian Schmidt, Rolf Meyer und Annette von Pogrell bei der Delegiertenversammlung in Lachendorf. Quelle: nicht zugewiesen
Lachendorf

Während in der CDU in den nächsten Tagen das Rennen um den Wahlkreis Bergen und Celler Land beginnt, ist es bei der SPD seit dem Sonnabend entschieden.

Der Fraktionsvorsitzende im Kreistag Maximilian Schmidt (28) wird sich dort bewerben und tritt damit die Nachfolge von Rolf Meyer an, der aus Altersgründen nicht wieder für den Landtag kandidiert.

„Ich bewerbe mich für eine große Aufgabe, denn es macht mir Spaß politisch Zukunft zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Schmidt in seiner Bewerbungsrede. Bei seinen Ausführungen schoss er sich gleich auf die derzeitige Landesregierung ein und eröffnete so den Wahlkampf. Der Politikwechsel sei möglich und nötig, denn Niedersachsen werden seit zehn Jahren schlecht oder gar nicht regiert. Zentrale Herausforderungen seien die Bildung und die demografische Entwicklung. Zudem müssten die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden. In der Praxis sei es oft so, dass Parlamente etwas beschließen, was dann auf kommunaler Ebene umgesetzt werden müssen. So würden die Kommunen zum Beispiel mit der Finanzierung des Krippenbaus alleine gelassen.

Sollte die SPD den Machtwechsel schaffen, zeigte Schmidt auch schon einmal, wohin die Reise in der Schullandschaft gehen würde. „Wir wollen mehr Gesamtschulen, in Zukunft übrigens auch mehr als nur die eine, die wir in Celle durchgesetzt haben“, sagte Schmidt.

Er stehe dafür, dass es einen „muskulösen Staat“ gibt, denn nur „wenige Reiche können sich einen armen Staat leisten.“ Um das zu finanzieren, will Schmidt, dass die Reichen mehr Steuern zahlen. „Die meisten Gesetze dafür werden im Bund gemacht, daher müssen wir dort auch den Wechsel schaffen, um Politik aus einem Guss zu machen“, sagte Schmidt. Am Ende bekam er von den 44 Delegierten seines Wahlkreises 41 Ja- und 3 Nein-Stimmen.

Im Wahlkreis 46 (Celle-Wietze-Hambühren) wird Annette von Pogrell für die Sozialdemokraten voraussichtlich gegen Thomas Adasch (CDU) antreten. Für die 46-Jährige ist es der zweite Versuch in den Landtag zu kommen. 2008 unterlag sie Adasch, der 45,6 Prozent der Erststimmen bekam. Von Pogrell kam auf 32 Prozent. Bei der Delegiertenversammlung in Lachendorf gab sie sich optimistisch. „Wir haben eine konkrete Perspektive, den Machtwechsel zu schaffen, um so die Möglichkeit zu bekommen, wieder selber zu gestalten“, sagte von Pogrell. Auch sie kritisierte die Bildungspolitik der Landesregierung. „Wir haben ein Facharbeiterproblem und die Landesregierung reagiert, in dem sie Studiengebühren einführt“, sagte von Pogrell. Die SPD wolle zudem eine „Energiepolitik, die diesen Namen auch verdient und eine andere Wirtschaftspolitik, die nicht nur Klientele bedient, wenn sie überhaupt stattfindet“, so von Porgrell. Am Ende bekam sie von ihren 32 Delegierten 29 Ja- und 3 Nein-Stimmen.

In einer weiteren Abstimmung folgte die Unterbezirks-Vertreterversammlung dem Votum des Vorstandes, dem SPD-Bezirk Hannover zu empfehlen, bei der endgültigen Wahl durch die Landesdelegiertenkonferenz in der Reihung der Landesliste Maximilian Schmidt vor Annette von Pogrell zu berücksichtigen. Er wäre damit besser abgesichert, wenn er seinen Wahlkreis nicht direkt gewinnen würde. „Wir erwarten für beide Kandidaten eine bestmögliche Platzierung“, sagt der Unterbezirksvorsitzende Rolf Meyer. Die Aufstellung habe auch taktische Gründe, weil durch ein neues Wahlverfahren, dass jeweils im Wechsel Männer und Frauen auf der Liste vorsieht, die Rolle der Frauen gestärkt wird. Tore Harmening

Von Tore Harmening