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Lachendorf Schule nach Immanuel Kant benannt
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Schule nach Immanuel Kant benannt
17:56 09.02.2012
Von Simon Ziegler
Gymnasium Lachendorf wird nach Kant benannt Quelle: Peter M¸ller
Lachendorf

Es ist kein Geheimnis, dass sich einige Schüler des Lachendorfer Gymnasiums einen anderen Namenspatron als den Aufklärer Immanuel Kant gewünscht hätten. So war an der Schule auch im Gespräch, das Gymnasium nach 96-Star Konstantin Rausch zu benennen, der Mann kommt schließlich aus Lachendorf. Daraus wurde natürlich nichts, weil Schulen erstens nicht nach lebenden Personen und zweitens nicht nach Fußballern benannt werden.

Da es in der Vergangenheit einigen Ärger um die Namensgebung des Lachendorfer Gymnasiums gab, war Schulleiter Hubertus Bühmann am Mittwoch im Schulausschuss des Landkreises in Celle zu Gast, wo er den schwierigen Prozess rekapitulierte. Zunächst seien von den Schülern rund 20 Vorschläge gekommen, neben Rausch zum Beispiel auch Arno Schmidt. Der Schülerrat habe fünf Namen ausgewählt. Im Schulvorstand sei aber kein Vorschlag mehrheitsfähig gewesen, woraufhin das Gremium eine neue Liste mit den drei Namen Agnes von Landsberg, Karl-Friedrich Gauß und Immanuel Kant vorlegte. Darüber, so Bühmann, hätten Eltern, Schüler und Lehrer abgestimmt. Während sich die beiden letzten Gruppen klar zu dem Philosophen bekannt hätten, sei das Bild bei den Eltern „indifferent“ gewesen. Schließlich habe der Schulvorstand Immanuel Kant abgesegnet.

Die schwere Namensfindung war damit aber immer noch nicht beendet. Wegen eines Formfehlers musste die Abstimmung wiederholt werden, weil die Schule es versäumt hatte, den Landkreis als Schulträger zu der Sitzung einzuladen. Zudem kritisierten Eltern das Verfahren als undemokratisch, was die Schulleitung zurückwies.

Kant passe gut zum Schulleitbild, erklärte Bühmann am Mittwoch. „Er ist einer der großen Aufklärer, wir sehen in vielen Fächern Bezüge zu seiner Arbeit.“ Dass die Schülerschaft mit dem Philosophen, der zwischen 1724 und 1804 lebte, einverstanden sei, erklärte Schülersprecherin Jessica Thomschke. „Ich denke, dass die Schüler sehr erleichtert sind auf eine Schule zu gehen, die den Namen einer großen Persönlichkeit trägt.“

Die Politik im Schulausschuss machte klar, dass man bei der Namensgebung nicht in die Belange der Schule eingreifen wolle. „Wenn in Celle ein Gymnasium nach Kaiserin Auguste Viktoria benannt ist, dann ist Kant allemal legitim“, sagte Rolf Meyer (SPD). „Wir sollten uns in keinem Fall gegen den Namen stellen“, erklärte Sabine Rudnick (CDU). Das Votum muss noch vom Kreisausschuss bestätigt werden. Die Zustimmung gilt nach der deutlichen Mehrheit am Mittwoch als Formsache. Ab dem 1. Mai soll die Schule offiziell Immanuel-Kant-Gymnasium heißen.