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Lachendorf Stunk in Bunkenburg: Anwohner wehren sich gegen neue Ställe
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf Stunk in Bunkenburg: Anwohner wehren sich gegen neue Ställe
18:40 09.10.2017
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Lachendorf

"Die pflastern hier alles mit Ställen zu und wir haben dann den Gestank", wandte sich ein Bunkenburger an die BiLa. Durch Zufall habe er erfahren, was da alles an dem rund drei Kilometer langen Straßenabschnitt zwischen Lachendorf und Bunkenburg geplant sei. Am Ortsausgang Lachendorf steht bereits ein Kuhstall, nun lässt derselbe Landwirt einen zweiten errichten. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Hinzu kommt ein Stall für Legehennen. Und nur wenige hundert Meter von Bunkenburg entfernt soll eine Anlage für 1490 Schweine errichtet werden. „Wie viele Tierhaltungsanlagen sollen denn hier noch gebaut werden?“, fragt Hinrichs.

Sorge bereitet der BiLa vor allem der Schweinemaststall. "Das größte Problem ist die Geruchsbelästigung", sagt BiLa-Mitglied Christian Brandes. Bunkenburg liege östlich der geplanten Ställe – "also in Hauptwindrichtung", beschreibt Brandes. Zwar könnten Filteranlagen in den Maststall eingebaut werden, aber: "Wie wirksam das wirklich ist, darüber wird vor Gerichten gestritten." Außerdem sollen laut BiLa 1490 Schweine in dem Maststall untergebracht werden – ab 1500 Tieren müsste ein großes Imissionsschutzverfahren, in dessen Rahmen schädliche Einflüsse auf Mensch und Umwelt untersucht werden würden, eingeleitet werden. "Auch jetzt muss der Immissionsschutz beachtet werden", sagt Brandes, allerdings müssten die Pläne nicht so detailliert ausgearbeitet werden wie bei einem großen Verfahren.

Jörg Warncke, Bürgermeister der Samtgemeinde Lachendorf, bestätigt, dass drei neue Ställe an der K 43 errichtet werden sollen. Während der Kuhstall bereits gebaut werde, befänden sich Hühner- und Schweinemaststall noch in der Planungsphase. Die Baugenehmigungen erteile der Landkreis.

Die Fläche zwischen Lachendorf und Bunkenburg sei "die ideale Lage", sagt Warncke, auch wegen der Erschließung durch die Kreisstraße. "Es gibt kaum noch Flächen, die geeignet wären", erläutert der Samtgemeindebürgermeister. Näher an die Lachte könne man Ställe nicht bauen, der Abstand zum Naturschutzgebiet müsse gewahrt werden.

Brandes kritisiert die Ballung der Ställe an einem Standort: "Selbst wann man die Kuhställe außen vor lässt, hat man einen Hühnerstall und dann kommt noch ein Schweinemaststall dazu. Das summiert sich dann alles."

Die Anwohner aus Bunkenburg hätten nur durch Zufall von den Plänen für weitere Ställe erfahren – für die BiLa ein Unding. "Die Transparenz fehlt", sagt Brandes. Nur durch frühzeitige Informationen könne man sich gemeinsam Gedanken über eine andere Art der Tierhaltung machen, zum Beispiel Freilandhaltung. "Dann würden weniger Tiere gehalten werden und man hätte weniger Geruchsbelästigung", erläutert das BiLa-Mitglied. Möglich wäre auch eine Kooperation nach dem Vorbild einer solidarischen Landwirtschaft. Durch vorbildliche Haltungsbedingungen könnte sich der Landwirt einen festen Kundenstamm sichern. Doch dafür müssten Gespräche überhaupt stattfinden können.

Ohnehin würden Schweinemastställe nicht mehr benötigt, sagt Brandes und stellt den Nutzen des geplanten Stalls infrage. "Der Bedarf an Schweinefleisch ist schon zu mehr als hundert Prozent gedeckt." Der Überschuss werde ins Ausland exportiert. "Aber die Gülle bleibt hier."

Von Amelie Thiemann