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Lachendorf UB Lachendorf will Wald erhalten
Celler Land Samtgemeinde Lachendorf Lachendorf UB Lachendorf will Wald erhalten
17:46 21.06.2016
Lachendorf

Er verweist aber auf einen einstimmigen Beschluss des Lachendorfer Gemeinderates, wonach für den Erhalt des Waldes votiert wurde. Nach seiner Erinnerung fand dieses Votum vor etwa fünf Jahren statt. Damals sei auch einem Kompromissvorschlag zugestimmt worden, wonach auf der Ostseite nur Wald für eine Häuserreihe geopfert werden solle, um die Anliegergebühren für den Ausbau der Wiesenstraße gleichmäßig umlegen zu können.

Laut Verwaltungschef Jörg Warncke liegt dieser Beschluss bereits deutlich länger zurück. Gleichwohl gelte nach wie vor der Gemeindeentwicklungsplan, der unter Beteiligung der Öffentlichkeit zustande gekommen und vom Rat einstimmig beschlossen worden sei. Warncke hält es für sehr unwahrscheinlich, dass die Niedersächsischen Landesforsten nur einen Waldstreifen entlang der Wiesenstraße verkaufen werden. „Die Landesforst hat sich wohl so geäußert“, weiß auch Ehm.

Für den UB-Vertreter gehen die Pläne für das eventuelle Neubaugebiet zwischen Wiesenstraße und Altem Postweg „viel zu holterdipolter über die Bühne“. Im März seien die Verkaufsverhandlungen mit dem Landesforsten dem Gemeinderat unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen und Mitteilungen“ bekanntgegeben worden. Schon im April sei ein Optionsvertrag mit der Landesforst im Verwaltungsausschuss (VA) mehrheitlich beschlossen worden. Das habe die UB bewogen, Unterschriften für den Erhalt des Waldes zu sammeln. Rund 400 Bürger haben nach seinen Angaben bisher unterzeichnet. „Wir werden schnell bei 600 bis 700 sein“, sagt Ehm und ergänzt: „Ich bin gespannt auf die Reaktionen im Rat.“

Die UB favorisiert für ein weiteres Neubaugebiet eine Ackerfläche auf der Ostseite des Alten Postwegs gegenüber der Feuerwehr und dem Baugebiet Südhang. Bei einer Größe von rund zwölf Hektar biete sie Platz für mindestens 120 Grundstücke. Warncke hatte in der jüngsten Ratssitzung während der gut besuchten Bürgerfragestunde die Fläche als zu schmal bezeichnet. Die etwa sieben Hektar große Fläche sei knapp 100 Meter tief, davon blieben nach Abzug von Lärmschutzwall und Abstand zum Wald keine 70 Meter übrig. Ginge es nach Ehm, müsse man mit den Landesforsten sprechen, um dort einen Streifen Wald zu erwerben und so die Fläche zu vergrößern. Betroffen wäre aber auch eine vor Jahren angelegte Ausgleichsfläche mit hochwertigem Wald, so Warncke. Mit dem erneut notwendigen Ausgleich werde das richtig teuer. „Das haben wir alles durchgespielt, das ist ziemlicher Aufwand“, sagte der Verwaltungschef. Diese Aussage gelte auch für eine Fläche an der Ahnsbecker Straße gegenüber der Feuerwehr zwischen der K43 nach Bunkenburg und der Mühle.

Die UB hatte laut Ehm nach der VA-Sitzung im April alle Ratsmitglieder angemailt und eine grundlegende Debatte über Baugebiete angeregt. Nur eine Rückmeldung habe er bekommen, sagt Ehm.

Von Joachim Gries