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Lachendorf „Was tötet uns jetzt? – Aids
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18:02 11.11.2010
Nach der Aufführung stellten sich die sechs Südafrikaner den Fragen der Zuschauer, Charles Sievers moderierte und übersetzte – wenn es notwendig war. Quelle: Joachim Gries
Lachendorf

Der Kampf für Freiheit in Südafrika ist vorüber, das Land ist einem neuen Kampf ausgesetzt. Der Feind ist still, unsichtbar, und er ist überall. In keinem anderen Land sind so viele Menschen mit HIV infiziert und von Aids bedroht wie in Südafrika. Davon erzählt das Drama „What’s killing us now?“, das sechs Südafrikaner am Mittwoch im Forum der Realschule Lachendorf vor Realschülern und Gymnasiasten auf die Bühne brachten.

Die sechs Schwarzen aus Durban und Pietermaritzburg im Alter von 18 bis 33 Jahren gehen normalerweise in ihrer Provinz KwaZulu-Natal mit dem Drama an Schulen und machen HIV- und Aids-Prävention für Schüler zwischen 10 und 18 Jahren. Zurzeit sind sie in Deutschland unterwegs und berichten von ihrer Arbeit, zum Abschluss nehmen sie an der Act Positive Konferenz teil, die heute in den Niederlanden beginnt.

Die Organisation „Youth for Christ“, für die die sechs Afrikaner in KwaZulu-Natal tätig sind, arbeitet mit der Kindernothilfe zusammen und wird von ihr finanziell unterstützt. Als die Kindernothilfe die Tournee der Südafrikaner publik machte, setzte sich Dr. Gabriele Molsen aus Lachendorf für ein Gastspiel in ihrem Ort ein. Sie ist seit über drei Jahrzehnten für die Organisation aktiv. Bei Realschule und Gymnasium fand sie sofort Unterstützung. Und auch die private Unterbringung der Gruppe einschließlich ihres Betreuers Lennart Wallrich. Finanziert wird die Tournee vom Bundesministeriums für Zusammenarbeit und Entwicklung.

„Es ist ein Dankeschön für eure Leistung“, mit diesen Worten kündigte Realsschul-Lehrer Charles Sievers die Aufführung an. Die Realschüler hatten sich für die Erdbebenopfer in Haiti und die Flutopfer in Pakistan engagiert.

„Wir haben Erfolg“, sagt die 28-Jährige Sanelisiwe Mabaso, die seit fünf Jahren in dem Präventions-Team mitarbeitet, nachdem Fälle von Aids ihrer Familie auftraten. Es sei ganz wichtig, junge Leute anzusprechen und zu informieren, bevor die Jugendlichen sexuell aktiv werden. Lang sei in Südafrika die Liste der Menschen, die auf Medikamente warten, die das Virus eindämmen.

Als Ergänzung zu ihrem Drama zeigten die sechs Afrikaner auf der Bühne Pantomime. Mit spärlichen Requisiten wurde die Suche nach sich selber dargestellt. „Wie bei uns“ sagte Sievers und wies auf die Parallelen hin.

Von Joachim Gries