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Adelheidsdorf Adelheidsdorf: Riesenloch im Gemeindeetat
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Adelheidsdorf: Riesenloch im Gemeindeetat
16:34 30.11.2010
Von Simon Ziegler
Adelheidsdorf

Die Höhe der Samtgemeinde- und Kreisumlage sorgt in der Samtgemeinde Wathlingen dafür, dass den Mitgliedsgemeinden kaum noch Spielraum bleibt. Das wird im Haushaltsentwurf deutlich, der im Rat Adelheidsdorf vergangene Woche beraten wurde. Zwar hält sich die langfristige Verschuldung des Dorfes, die nach Angaben der Samtgemeinde-Verwaltung Ende 2011 bei „nur 350000 Euro“ liegen wird, noch in Grenzen. Doch Bürgermeisterin Susanne Führer befürchtet angesichts des erwarteten Defizits von über einer halben Million allein im Jahr 2011 einen nicht mehr umkehrbaren Weg in die Schuldenfalle. „Wir brauchen eine strategische Ausrichtung, wie wir das kompensieren wollen.“

Für das eklatante Loch im Gemeindeetat sind vor allem die hohen Umlagen verantwortlich, die Adelheidsdorf an die Samtgemeinde und den Landkreis Celle abführen muss. Zwar ist der Samtgemeinde-Haushalt noch nicht beschlossen, allerdings wird dort die Erhöhung der Umlage von 48 auf 57 Prozent erwartet – und selbst das deckt angesichts niedrigerer Gewerbesteuereinnahmen noch nicht die Kosten.

Explodierende Ausgaben: Kein Wunder, dass Führer vor diesem Hintergrund die immer weiter steigenden Kosten kritisierte. Beispielhaft nannte sie die Freibadsanierung Papenhorst, die sich laut Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube inzwischen auf sage und schreibe 2,3 Millionen Euro beläuft. „Ich bin mir nicht sicher, ob die Entscheidung für das Freibad so getroffen worden wäre, wenn alle Zahlen von Anfang an auf dem Tisch gelegen hätten“, sagte die Bürgermeisterin gestern. Dazu kommt die derzeit diskutierte Einführung der Ganztagsschulen. Ich finde, wir können uns das nicht leisten“, sagte Führer, die Kritik an den Schulen äußerte, weil die Maximalforderungen gestellt hätten. So sollen in jeder der drei Einrichtungen, also auch in Adelheidsdorf, zwei Sozialpädagogen eingesetzt werden. Führer: „Das übersteigt unsere Möglichkeiten.“

Investitionen: Die Gemeinde will 2011 knapp 340000 Euro investieren. 200000 Euro sollen laut Kämmerer Thorsten Borchers in die Instandsetzung des Straßennetzes fließen. Für die Straßenbeleuchtung sind 63000 Euro vorgesehen. Dazu kommt ein Zuschuss von 45000 Euro für die Sanierung der Wirtschaftswege, die im Rahmen der B3-Flurbereinigung mit Landes- und EU-Mitteln finanziert wird. Das führt zu der paradoxen Situation, dass Adelheidsdorf nagelneue Feldwege bekommt, aber Mühe hat, die Straßen in Schuss zu halten. „Das ist für Bürger schwer zu durchschauen. Die Zuschüsse für die Feldwege haben wir aber nur jetzt bekommen. Es ging nicht anders“, so Führer.