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Adelheidsdorf Adelheidsdorf fordert Bahnüberführung
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Adelheidsdorf fordert Bahnüberführung
17:19 09.06.2017
Von Simon Ziegler
Lange Wartezeiten: Am Bahnübergang in Großmoor müssen sich Autofahrer oft in Geduld üben. Quelle: Alex Sorokin
Adelheidsdorf

In den kommenden Jahren könnten die Wartezeiten sogar noch länger werden, fürchten viele Bürger in Adelheidsdorf. „Wenn noch mehr Güterzüge fahren und man noch länger warten muss, kann es gefährlich werden“, warnt Führer. Rettungsfahrzeuge könnten im Notfall nicht rechtzeitig bei den Patienten in Großmoor und Dasselsbruch sein – weil sie vor der Schranke stehen. Führer fordert deshalb eine Bahnüberführung, also eine Brücke über die Gleise.

Sie will den Bahnübergang im Adelheidsdorfer Gemeinderat, im Wathlinger Samtgemeinderat und im Celler Kreistag besprechen, ehe sie an die Deutsche Bahn herantritt. Möglich sei, dass der Adelheidsdorfer Gemeinderat eine Resolution erarbeitet.

Auch bei den Nachbarn in Ehlershausen macht man sich wegen des zunehmenden Güterverkehrs Sorgen. In Medienberichten war von einer Verdoppelung des Güterverkehrs die Rede. Die Folge: Der ebenerdige Bahnübergang werde wohl bald Geschichte sein, weil immer mehr Züge auf der Strecke verkehren, heißt es dort.

Die Celler SPD-Bundestagsabgeordnete und Verkehrsexpertin Kirsten Lühmann glaubt, dass eine Überführung in Adelheidsdorf gerechtfertigt sein könnte, wenn „dort mehr als 200 Züge am Tag fahren“. Ihr Büro hat Zahlen zur Hand: Im Jahr 2007 rollten an einem Werktag nach einer Studie noch 145 Güterzüge durch Adelheidsdorf. 2030 werden es Prognosen zufolge 214 Güterzüge sein. Hintergrund ist die Alpha-E-Variante, die im Raum Hamburg-Bremen-Hannover zur Abwicklung des stark wachsenden Seehafenhinterlandverkehrs realisiert werden soll und im Bundesverkehrswegeplan steht. Auf der Adelheidsdorfer Strecke zwischen Celle und Lehrte soll es eine sogenannte Blockverdichtung geben. Das heißt, dass die Taktung für Züge erhöht wird.

Man müsse sich die Zahlen und die Schließzeiten dann genau ansehen, sagt Lühmann. Klar sei, dass es in Adelheidsdorf bereits heute zu langen Wartezeiten käme. Das sei für Kranken- und Polizeiwagen problematisch, erklärt Lühmann, die früher als Polizistin gearbeitet hat – und selbst schon die Erfahrung gemacht hat, im Einsatz vor einer Schranke zu stehen.

Bei der Finanzierung der möglichen Überführung sei die Frage, wer das „kommunale Drittel“ zahlt, so Lühmann. Ein Drittel zahlt die Bahn, ein Drittel das Land. Beim dritten Drittel sei die Samtgemeinde Wathlingen gefragt. „Ich will mich dafür einsetzen, dass sich auch der Bund beteiligt“, sagt die Abgeordnete.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. In Adelheidsdorf wären die Bewohner froh, wenn zunächst überhaupt der Beschluss steht, eine Überführung über die Gleise zu bauen.