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Adelheidsdorf Adelheidsdorf hofft auf nächste Runde
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17:03 07.06.2012
Von Simon Ziegler
Jury in Adelheidsdorf Quelle: Simon Ziegler
Adelheidsdorf

Die Adelheidsdorfer finden eine Menge Gründe, warum sie „Zukunft haben“. Da wäre zum Beispiel die Grundschule, die 120 Kinder besuchen. Oder die Neubaugebiete, das bestehende und eines, das vielleicht bald an der früheren B3 aus dem Boden gestampft wird. Überhaupt wachse Adelheidsdorf und habe heute drei Prozent mehr Einwohner als vor ein paar Jahren, sagte Bürgermeisterin Susanne Führer.

Durch Adelheidsdorf ist in den vergangenen Monaten ein Ruck gegangen. Etliche Bürger engagierten sich in Arbeitskreisen, putzten das Torfstichgelände heraus, pflanzten Blumen. Vor ein paar Wochen gelang die Aufnahme in das Landesprogramm Dorferneuerung. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ soll einen weiteren Schub geben. Derzeit ist die Bewerbung mit zehn anderen Dörfern auf Bezirksebene, vier werden sich für den Landesentscheid qualifizieren. Das Ergebnis soll schon heute Vormittag um 10 Uhr auf der Homepage des Landkreises Rotenburg (Wümme) verkündet werden.

90 Minuten hatte die Adelheidsdorfer Arbeitsgruppe am Dienstag, um der Jury die Gemeinde vorzustellen. Weil Adelheidsdorf kein typisches Dorf ist und die einzelnen Ortsteile kilometerweit auseinander liegen, wurde ein Bus bestellt. Die Delegation fuhr zur Hengstleistungsprüfungsanstalt, an der Mädchenwiese vorbei, stellte die beiden Biogasanlagen vor und machte einen kurzen Stopp am Dreieck Dasselsbruch, wo eine Kurzbesichtigung des ehemaligen Gutshofes anstand. Während der Fahrt lieferten Bürger Fakten zur Historie, zur Landwirtschaft und zur heimischen Unternehmenswelt. So sagte Oliver Schneid, dass Moor, Torf und Entwässerungsgräben „Zeugen unserer Geschichte“ seien. Annemarie Strüber berichtete, dass 1300 Milchkühe und fast so viele Bullen in der Gemeinde lebten. 26 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe und 15 im Nebenerwerb zeigten, wie stark das 2500-Einwohner-Dorf von der Landwirtschaft geprägt sei. Astrid Soeder lieferte der Delegation einige Fakten zum Stankiewicz-Nachfolger IAC. Eine Kurzpräsentation im Dorfgemeinschaftshaus rundete die Tour ab.

Adelheidsdorf wollte eine lebendige Bewerbung abgeben, hieß es im Vorfeld. Der Versuch hat geklappt: Einige Bürger auf den Straßen, die Jugendfeuerwehr im fingierten Einsatz und Pferde auf der Koppel bekamen die Gäste zu sehen. Sogar der Storch flog wie bestellt am Bus vorbei. Ob es für die nächste Runde reicht? Dazu wollte sich Jury-Mitglied Meike Moog-Steffens nach der Fahrt nicht äußern.