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Adelheidsdorf Adelheidsdorfer Rat geht in Klausur
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Adelheidsdorfer Rat geht in Klausur
16:57 16.12.2011
Von Simon Ziegler
Adelheidsdorf

Verglichen mit anderen Kommunen steht Adelheidsdorf gar nicht schlecht da. De facto ist die Gemeinde schuldenfrei, weil in früheren Jahren Bauland veräußert wurde, um das Defizit auszugleichen, und sich die Investitionen in Grenzen hielten. Doch derzeit wird kein Bauland mehr verkauft, sagt Bürgermeisterin Susanne Führer (CDU). Die hohen Umlagen an Samtgemeinde Wathlingen und Landkreis Celle sowie die neue Kinderkrippe führen dazu, dass die Verwaltung einen Etat für 2012 vorgelegt hat, der ein Minus von 470.000 Euro aufweist – eine für das 2500-Einwohner-Dorf erhebliche Summe.

Der Rat hat angesichts dieses Defizits am Donnerstag entschieden, den Haushalt noch nicht zu beschließen. Denn es war eine Erhöhung der Hebesätze der Grundsteuern A und B (von 330 auf 370 Punkte) sowie der Gewerbesteuer im Gespräch, um das Minus aufzufangen. Damit sind aber nicht alle im Rat einverstanden. „Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn, die Hebesätze zu erhöhen. Dabei kommt kein ausgeglichener Haushalt heraus“, sagt Matthias Blazek von den Bürgern für Adelheidsdorf. Denn verantwortlich für das Dilemma der Mitgliedsgemeinden sind vor allem die Sätze, die nach Wathlingen und Celle überwiesen werden müssen. Pro 100 Euro Steuereinnahmen muss Adelheidsdorf nämlich mehr als 100 Euro abgeben.

Auf Initiative der SPD entschied sich der Gemeinderat, im Januar in Klausur zu gehen. „Wir wollen uns Gedanken machen, wie das Defizit verringert werden kann“, sagte SPD-Fraktionschef Uwe Kuschke. Zu den hohen Umlagen kommt die Krippe. Bis 2013 sind die Kommunen verpflichtet, Plätze für die Altersklasse U3 zu schaffen. „Bei der Finanzierung bekommen wir nicht die Zuschüsse, die erforderlich sind“, sagt Kuschke.

Unterdessen erneuert Bürgermeisterin Susanne Führer ihre Kritik an den Ganztagsschulen. „Wir können uns diese De-luxe-Version nicht leisten. Nachmittags sind Gruppen von 15 Kindern in der Schule, die für Hausaufgabenbetreuung noch mal geteilt werden“, kritisiert Führer. Für die Schulen ist die Samtgemeinde verantwortlich, die wiederum für die Finanzierung die Umlagen erhöht hatte. Das Land müsse am Nachmittag die Lehrerstunden bezahlen, fordert die CDU-Politikerin.

Investitionen stehen im kommenden Jahr in Adelheidsdorf kaum an. Nur knapp 130.000 Euro sind vorgesehen. Mit dem Geld sollen Straßen ausgebaut werden. Welche Straßen das sind, soll auf der Klausurtagung entschieden werden.