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Adelheidsdorf Ärger bei der Feuerwehr
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Ärger bei der Feuerwehr
16:51 30.03.2012
Von Simon Ziegler
Adelheidsdorf

„Ich mache das für meine Kameraden. Das hier stinkt zum Himmel“, sagt Wolf Nabe. Er redet über die Freiwillige Feuerwehr Adelheidsdorf. Der 54-Jährige ist Mitglied der Wehr. Zu Treffen und Einsätzen geht er aber längst nicht mehr. Grund: In der Feuerwehr soll es einen gewaltbereiten Kameraden geben, der mehrfach auffällig geworden sei. „Vor ihm haben alle Angst“, sagt Nabe.

Fragt man die offiziellen Stellen, wird abgeblockt. „Da sage ich gar nichts zu“, sagt Ortsbrandmeister Hendrik Rahlfs. Der Gemeindebrandmeister Jürgen-Heinrich Mohwinkel spricht davon, dass die Probleme längst ausgeräumt seien. Und Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube, der in Adelheidsdorf lebt, räumt zwar ein, dass es mal Handgreiflichkeiten gab. „Das ist aber eine rein private Angelegenheit“, sagt Grube. Soll heißen: Mit der Feuerwehr hat das alles gar nichts zu tun.

Ein Kamerad der Feuerwehr Adelheidsdorf beschreibt den Zustand der Einheit ganz anders. Er bestätigt, was Nabe erzählt. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, denn es wird nicht gerne gesehen, dass Interna nach draußen dringen. Doch die Interna lassen auf massive Verwerfungen schließen. Während mindestens drei Feuerwehr-Veranstaltungen habe der Mann Kameraden geschlagen oder bedroht. „Manche haben Angst, mit ihm Dienst zu schieben.“ Denn im Notfall müssen sich die Kameraden aufeinander verlassen können. Brennt ein Haus, riskieren die ehrenamtlichen Helfer ihre Gesundheit, manchmal sogar ihr Leben. Mit einem Kameraden, der schon auf die eigenen Leute losgegangen ist, will man kein Feuer löschen.

Das Schlimmste ist: Inzwischen sollen viele Feuerwehrleute gar nicht mehr erscheinen, die Einsatzbereitschaft habe massiv gelitten. Wenn es piept, komme nur noch ein Drittel der rund 45 Kameraden, heißt es hinter vorgehaltener Hand.

Vor knapp zwei Jahren hatten einige aus der Feuerwehr versucht, ein Ausschlussverfahren gegen den Mann durchzusetzen. Es blieb aber erfolglos. Die Samtgemeinde Wathlingen hätte ihn aus dem Ehrenamt entlassen müssen. Die sah aber keine Notwendigkeit, die Beteiligten anzuhören. „Es gab keinen Grund für einen Ausschluss. Das sind persönliche Animositäten“, verteidigt Verwaltungschef Grube die Haltung der Samtgemeinde.

Ins trübe Bild der Adelheidsdorfer Feuerwehr passt, dass ein angestrebter Führungswechsel nicht zustande kam. Dem Vernehmen nach wollte Rahlfs seinen Posten als Ortsbrandmeister abgeben. Als Nachfolger stand Bernd N. bereit. Der wurde aber im Juni 2011 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte an seinem Arbeitsplatz bei der Sparda-Bank erhebliche Summen entwendet. Auch die ehrenamtlichen Brandbekämpfer waren betroffen. Als Kassenwart des Kreisfeuerwehrverbandes hatte N. 8000 Euro in die eigene Tasche abgezweigt.