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Adelheidsdorf Autozulieferer IAC in Adelheidsdorf heißt künftig Auria
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11:11 01.10.2017
Von Simon Ziegler
Adelheidsdorf

Durch das Joint Venture sind keine Änderungen der Beschäftigungsverhältnisse geplant, sagte der Sprecher weiter. Mitarbeiter sollen demnach nicht entlassen werden. Am Werk in Adelheidsdorf arbeiten derzeit 360 Beschäftigte.

Das Joint Venture wurde gegründet, weil durch eine "gezieltere Positionierung im Markt" mehr Wachstum erzielt werden soll, heißt es. Auria sei ein Spezialist für weiche Interieurverkleidungen, IAC konzentriere sich im Bereich der „harten Oberflächen“ auf Produkte wie Instrumententafeln oder Türverkleidungen.

Auria ist in Großbritannien ansässig. Das Unternehmen hat regionale Zentralen in Southfield (Michigan, USA) und in Düsseldorf. Neben der operativen Kontrolle dreier Joint Ventures in China, Südafrika und den USA betreibt Auria 21 Produktionsstätten und vier Technikzentren in zehn Ländern. Auria-Eigentümer sind Shangai Shenda, die 70 Prozent der Anteile halten, und IAC mit 30 Prozent der Anteile.

In Adelheidsdorf wird für Daimler, Volkswagen, Mini, BMW und Rolls Royce produziert. Hergestellt werden Bodenbeläge und Teppiche für den Autoinnenraum, Radkastenauskleidungen, Cockpit-Einschalungen wie Armaturen oder Instrumententafeln, Schaumstoff- und Innenraum-Isolierungen sowie Verbundstoffe.

Die amerikanische IAC-Gruppe hatte im Jahr 2009 den insolventen Zulieferer Stankiewicz übernommen. Monatelang war damals um die Zukunft des Werkstandortes im Celler Südkreis gerungen worden. Nach der Finanzkrise war die gesamte Automobilbranche in Schieflage geraten. Um die Branche zu stützen, wurde in Deutschland die Abwrackprämie eingeführt. Wer ein altes Auto verschrottete und einen Neuwagen kaufte, erhielt 2500 Euro Prämie.

Folgenlos blieb das Insolvenzverfahren für viele Mitarbeiter in Adelheidsdorf nicht. Vor Beginn der Krise hatte Stankiewicz bundesweit etwa 1300 Mitarbeiter beschäftigt, davon 600 am Stammsitz in Adelheidsdorf. Im Krisenjahr 2009 hatte in Adelheidsdorf fast jeder dritte Mitarbeiter seinen Job verloren.

In der vergangenen Woche hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) das Werk in Adelheidsdorf besucht, um sich über den „wichtigen Arbeitgeber in der Region“ zu informieren. Dieser wird seine Produkte künftig unter dem Namen Auria verkaufen.