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Adelheidsdorf Bodenbelastung am Schießstand Großmoor: Grüne fordern Aufklärung
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Bodenbelastung am Schießstand Großmoor: Grüne fordern Aufklärung
17:07 28.07.2014
Von Simon Ziegler
Rund 120 Mitglieder hat der Betreiberverein Schießanlage Großmoor. Freitags und samstags wird auf Tontauben geschossen.  Quelle: Alex Sorokin
Großmoor

Die Umweltverschmutzung rund um den Schießplatz Großmoor hat die Celler Kreispolitik erreicht. Im Umweltausschuss des Landkreises Celle thematisierte der Grüne Gerald Sommer kürzlich die Folgen des Tontaubenschießens am Finkenweg in Adelheidsdorf. „Ich habe die Anfrage gestellt, welche Belastung und welche Sanierungsschritte geplant sind“, sagte er.

Zuvor hatten bereits die Grünen in der Samtgemeinde Wathlingen das Thema auf die Agenda gehoben. Aus verschiedenen Gründen sei dringender Handlungsbedarf, schreibt Fraktionschef Matthias Blazek in einer Presseerklärung. Es sei nicht auszuschließen, dass Giftstoffe in den Nahrungsmittelkreislauf gelangten, glaubt Blazek. Die Grünen verweisen auf ein Gutachten vom Oktober 2010. Denn damals hatte der Landkreis Celle vom Betreiberverein Schießanlage Großmoor eine Studie gefordert.

Die Expertise kennt auch Gerald Sommer, lange Jahre Kommunalpolitiker in der Samtgemeinde Wathlingen. In dem Schreiben wird empfohlen, rund um den Schießstand keine Tiere weiden zu lassen. Und weiter: „Aufgrund der Bodenbelastung mit Blei sollten Sanierungsarbeiten erfolgen“, zitiert der Grüne aus dem Gutachten. Auch die Beseitigung der Schrotablagerungen an der Oberfläche und eine Bodenentnahme wurden empfohlen.

Die Grünen wollen wissen, ob die Empfehlungen des Gutachtens fast vier Jahre später auch umgesetzt wurden. Denn an die Öffentlichkeit ist so gut wie nichts gekommen. Der Landkreis will aus Datenschutzgründen aber nicht viel zu dem Fall sagen. Kreisrat Gerald Höhl gibt sich bedeckt: „Das ist eine schwierige Prüfung, auch mit Einschaltung von externen Experten, die brauchen Zeit. Ich gehe nicht davon aus, dass die Gefahr besteht, dass unwiederbringliche Schäden entstehen.“

Der Betreiberverein hat kein Verständnis dafür, dass die Grünen das Thema jetzt an die Öffentlichkeit bringen, schließlich existiere der Schießstand schon 40 Jahre, wie Schriftführer Thorsten Heise auf Anfrage mitteilte. „Die Bodenbelastung stellt keine Gefahr für das Umfeld dar, da das Wasser aus dem Aufschlagsbereich der Schrote nicht abströmt“, sagte er. Gefragt, ob der Verein für die Beseitigung der Schäden aufkommen werde, erklärte der Schriftführer: „Der Verein wird im Rahmen der Vorgaben des Landkreises Celle als Genehmigungsbehörde entsprechende Maßnahmen erfüllen.“

Der Betreiberverein Schießanlage Großmoor hat derzeit rund 120 Mitglieder. Geschossen wird nur freitags und samstags, heißt es seitens des Vereins. Die Genehmigung gebe aber mehr her. Auch von Dienstag bis Donnerstag dürfe das Tontaubenschießen ausgeübt werden, das mache der Verein aber nicht. Im Jahr 2012 hatte die CZ bereits über Ärger rund um die Schießanlage berichtet. Damals hatte eine Adelheidsdorferin über „erhebliche Lärmbelästigung“ geklagt. Der Verein beschwichtigt. Bis auf wenige Ausnahmen sei das Verhältnis zur Bevölkerung „sehr gut“, sagte Heise.