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Adelheidsdorf Ein Faible für Figuren
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Ein Faible für Figuren
17:13 15.07.2014
Die „Hacienda“ mit dem roten Kuschel- - sofa ist einer der Lieblingsplätze der beiden Hobbygärtner.  Quelle: Martina Hancke
Adelheidsdorf

„Für mich ist der Garten Ausgleich nach einem langen Tag im Büro“, sagt Rosemarie Stamme-Jagusch. Oft genießt sie einfach den Blick vom Balkon auf ihr kleines Reich in Adelheidsdorf. Vor zwölf Jahren haben die 51-Jährige und ihr Ehemann Charly das Haus mit dem rund 600 Quadratmeter großen Garten bezogen. Anfangs spielte der Sohn hier noch Tischtennis auf dem Rasen. Doch nachdem er ausgezogen war, regte sich in der gebürtigen Hannoveranerin der Wunsch, mehr aus dem Grundstück zu machen.

„Es fing an mit der Terrassen-erweiterung. Dann dachte ich mir, eine zweite Sitzecke unter einem Pavillon wäre schön. Na, und dann braucht so ein Garten ja auch einen Teich“, erzählt Rosemarie Stamme-Jagusch. Aus der zweiten Sitzecke sind mittlerweile einige geworden. Hingucker ist und bleibt aber die „Hacienda“ mit dem runden Kuschelsofa unterm Pavillon.

Mit seinem Händchen für handwerkliche Sachen setzt Charly Jagusch die Wünsche seiner Frau um. Er pflastert, legt Teiche und Beete wie die Rosenecke an. Dort geben ein innerer und ein äußerer Buchsring, wie eine Burgmauer geformt, den Rosen Struktur. „Wir lieben beide Schlösser“, gibt das Ehepaar zu, das in seiner Freizeit gern mit dem Motorrad unterwegs ist und sogar den Motorradclub MF Harzteufel Gittelde/Osterode gegründet hat.„Mir bringt es Spaß, kreative Ideen miteinzuarbeiten“, sagt der gelernte Sanitär- und Heizungsfachmann. So fertigte er den Eingangstorbogen aus einer alten Schwimmbadleiter. Die Schließen sind aus ehemaligen Handtuchhaltern. Das Faible für Figuren teilt er mit seiner Frau Rosemarie. Gemeinsam fanden sie u. a. die Frauenfigur in einem Laden in Fürstenwalde. Als Untergrund entwarf der 62-Jährige einen Stern, den er erst als Holzschablone konstruierte und dann pflasterte.

Rosemarie Stamme-Jagusch ist eher für die Details zuständig. „Ich ziehe gern Perlen auf farbige Drähte. In der Abendsonne blinken sie so schön.“ Sie schmücken Borken und Froschfiguren und halten die Kletterrose an ihrem Rankgitter.

Die Pflanzen hat das Ehepaar zu 90 Prozent von Freunden geschenkt bekommen oder selbst gezogen. Hortensien und Rosen, Bambus und Rhododendren wachsen prächtig, obwohl sie selten Dünger erhalten. „In der freien Natur schaffen sie es ja auch so“, sagt Charly Jagusch. Er ist auch kein Freund von Giftspritzen. Gegen die Läuse an den Rosen setzt er Brennnesselsud ein.

„Garten ist reine Geschmackssache“, findet das Ehepaar, das gern andere Gärten besichtigt. „Wir würden nie etwas kritisieren, auch wenn wir es nicht mögen.“ Gespannt sind sie, was andere zu ihrem kleinen Paradies meinen. Immerhin ist für sie dieses Jahr Premiere.

Von Martina Hancke