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Adelheidsdorf Feierstunde: Ein Jahrhundert Großmoor
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Feierstunde: Ein Jahrhundert Großmoor
17:18 24.11.2014
Von Simon Ziegler
Stationen aus 100 Jahren Großmoor: Der Torfstich, das Dorf­gemeinschaftshaus, das Dorfladen-Gebäude und das unter Denkmalschutz stehende Bahnwärterhaus an der Auestraße (von oben links im Uhrzeigersinn). Quelle: Alex Sorokin
Großmoor

Mit einem Nachmittag im Dorfgemeinschaftshaus erinnert die Gemeinde Adelheidsdorf an die Gründung der Siedlung vor 100 Jahren. Das Dorfjubiläum wird am Freitag, 5. Dezember, um 15 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus bei Schmalzbroten, Kuchen und warmen Getränken gefeiert, kündigte Bürgermeisterin Susanne Führer an.

Großmoor ist eines der jüngsten Dörfer im Celler Land. Noch jünger ist die Gemeinde Faßberg im Celler Nordkreis, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstand. Zum Vergleich: Der Winser Ortsteil Wolthausen hat im Jahr 2012 seine 777-Jahr-Feier begangen. Noch viel älter ist Bleckmar, der Name des Ortes wurde erstmals 866 erwähnt.

Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen von Großmoor hat der stellvertretende Bürgermeister und Heimatforscher Matthias Blazek die Geschichte des Ortes niedergeschrieben. Angefangen von der Einrichtung des Kriegsgefangenenlagers 1914 über die Gefangenen-Arbeitsstelle, in der Anfang der 20er Jahre der Massenmörder Fritz Haarmann saß, über die Gründungen von Sportverein (1921), Feuerwehr (1927) sowie Schützenverein (1952) bis zur Eingliederung in die politische Gemeinde Adelheidsdorf im Jahr 1973 erzählt Blazek die Geschichte des Dorfes. Die Chronik reicht bis in die Gegenwart und bezieht die Dorferneuerung und die Gründung des Dorfladens ein.

Besonders spannend sind die ersten Jahre: 1914 steht als Gründungsjahr von Großmoor im Raum, als der Bau der ersten Häuser an der heutigen Hauptstraße erfolgte. Die Besiedlung setzte erst fünf Jahre später ein, als Familien aus allen Teilen des Deutschen Reiches vorübergehend in den Baracken eine Bleibe gefunden hatten. 1920 übernahmen dann 230 ehemalige Soldaten den Bereich der heutigen Jägerheide und bauten dort die ersten Häuser. Seit 1924 hat der heutige Ortsteil von Adelheidsdorf einen eigenen Namen.

„Ich freue mich, dass rechtzeitig zu dem Dorfjubiläum ein 448 Seiten starkes Nachschlagewerk fertiggestellt worden ist, in dem die Dorfgeschichte von ihren Ursprüngen an haarklein aufgezeigt wird“, sagte Führer. Einen besonderen Schwerpunkt nehmen in dem Buch der Torfstich durch die umliegenden Dörfer, die Moorkultivierung, das Kriegsgefangenenlager, das Freikorps Kühme und die Anfänge der Besiedlung ein.

Simon Ziegler