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Adelheidsdorf Friedhof Adelheidsdorf: Wo Musketiere ihre letzte Ruhe finden
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Friedhof Adelheidsdorf: Wo Musketiere ihre letzte Ruhe finden
16:26 28.05.2015
1835 entstand der Friedhof in Adelheidsdorf, auf dem Soldaten, aber auch den Ort - prägende Menschen wie Alois Stankiewitz begraben wurden. - Foto rechts: Ein auffälliger Gedenkstein mit Symbolgehalt: Eine Hand umfängt schützend ein kniendes Kind. Quelle: Martina Hancke
Adelheidsdorf

Wer den Friedhof in Adelheidsdorf mit seinen 320 Grabstellen betritt, bleibt mit seinem Blick unweigerlich an dem Grabmal der Familie Denecke hängen. Gleich neben dem Stein steht eine fast mannshohe Skulptur einer Hand, die sich schützend um ein kniendes Kind schmiegt.

Andere Grabsteine fallen weniger schnell ins Auge und haben doch eine besondere Geschichte: Im Eingangsbereich befinden sich drei Gräberstätten, die mit Erlass aus dem Jahre 1969 in die öffentliche Erhaltung übergegangen sind. Dort ruhen die gefallenen Soldaten Heinz Rieckenberg (1921–1944), Bernhard Hamborg (1891–1914) und Friedrich Knoop (1898–1915), auf dessen Gedenkstein vermerkt ist, dass er als Musketier des Reserve-Regiments 77 starb, dem 2. Hannoverschen Infanterie-Regiment Nr. 77 in Celle. An der Kapelle erinnert ein Kriegerdenkmal an weitere Gefallene.

Ein weiterer bedeutender Bürger des Ortes hat dort ebenfalls seine letzte Ruhestätte. Es ist Dr. Alois Stankiewitz, Gründer der Stankiewitz GmbH, die als Automobilzulieferer im In- und Ausland tätig war und 2009 in die IAC (International Automotive Components Group) überging. „Alois Stankiewitz hat Adelheidsdorf zu einer reichen Gemeinde gemacht“, sagt Matthias Blazek, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde. Der 48-Jährige Heimatforscher hat Einblick in die alten Unterlagen über den Friedhof in Adelheidsdorf genommen: Mit dem Bau der Schule 1831 wurde beschlossen, die Toten nicht mehr in Westercelle, sondern im eigenen Ort zu begraben. So entstand 1835 der Friedhof. „Er wurde gleich neben der Schule angelegt“, weiß Matthias Blazek. „Wo heute der Parkplatz des Friedhofs liegt, stand früher eine Schule.“

Die Kapelle kam erst viel später dazu. Sie wurde 1958/59 gebaut und am 19. April 1959 mit einem Gottesdienst eingeweiht. Vor ihr zieht sich auf ganzer Länge die Lindenallee hin, während im hinteren Teil des Friedhofs eine der selten gewordenen Trauer-Ulmen steht. „Der alte Baumbestand ist prägend für den kleinen Friedhof“, sagt Lena Baacke, Amtsleiterin Büroservice, Ordnung und Soziales der Samtgemeinde Wathlingen.

Doch auch die Anlage in Adelheidsdorf geht mit der Zeit und kommt den heutigen Bedürfnissen nach. Auf einer großen Fläche ist ein Bereich mit vielen jungen Bäumen und Rhododendron entstanden, in dem Bestattungen unter Bäumen möglich sind. Im Sommer blüht eine Blumenwiese, die nur zweimal im Jahr gemäht wird. Auf einer Bank, im Schatten der Bäume, findet man Ruhe und Muße zur Besinnlichkeit.

Martina Hancke

Von Martina Hancke