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Adelheidsdorf Großmoorer Rinder geben sich robust und gutmütig
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Großmoorer Rinder geben sich robust und gutmütig
19:08 19.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: Oliver Knoblich
Großmoor

Das schwarze Angus-Rind gibt als einziger Bulle in der elfköpfigen Herde den Ton an. Nur von Familie Liedtke lässt er sich etwas sagen. „Wenn wir Anton rufen und er sieht, dass wir einen Eimer Futter in der Hand halten, dann kommt er sogar von ganz hinten auf der Weide zu uns“, erzählt Daniela Liedtke. Sobald Anton sich erstmal in Richtung Futter in Bewegung gesetzt hat, kann den über eine Tonne schweren Bullen kaum jemand aufhalten. Wirklich gefährlich ist er aber nicht. „Angus-Rinder haben keine Hörner und sind für ihre Gutmütigkeit bekannt“, sagt Liedtke.

Das ist auch einer der Gründe, weshalb das Ehepaar vor drei Jahren mit der Zucht der schottischen Rinder begann. Seitdem sind sie mit vollem Einsatz dabei, haben mittlerweile einen zweiten Hof mit Kuhställen für die Herde gepachtet. Der Umzug ist Ende diesen Monats geplant. "Später wollen wir die Herde auf 30 Rinder aufstocken", sagt Ehemann Andreas Liedtke.

Tag und Nacht, ob es stürmt oder schneit, sind die Rinder draußen auf der Weide nebst kleinem offenen Stall. "Sie sind sehr robust und waren toi, toi, toi noch nie krank“, erzählt Daniela Liedtke. Nicht nur die unkomplizierte Haltung war für Ehepaar Liedtke ein wichtiger Punkt beim Einstieg in die Rinderzucht. "Die Tiere kalben sehr schnell und das Fleisch schmeckt besonders gut", sagt Andreas Liedtke. Außerdem können sie die nassen Heuballen, die nicht an die Pferde verfüttert werden dürfen, an die Angus-Rinder geben.

Momentan hat die Herde drei sechs Monate alte Kälber, die immer noch von den Mutterkühen gesäugt werden. "Dadurch kriegen sie mehr Vitamine und entwickeln sich ganz anders", so Andreas Liedtke. Bald sollen die Kälber von ihren Müttern getrennt werden, damit diese sich wieder regenerieren. Denn einige sind bereits wieder trächtig. Wie viele Kühe Nachwuchs erwarten, weiß Familie Liedtke allerdings nicht. "Dadurch, dass sie immer alle zusammen auf der Wiese sind, können die immer, wenn sie Lust haben", sagt Andreas Liedtke. Künstlich befruchtet werden die Rinder nicht. "Natürlich hoffen wir, dass alle trächtig sind."

Jedes Jahr werden etwa drei der Tiere geschlachtet. Aus diesem Grund ist Deckbulle Anton der einzige, der einen Namen hat. "Ich könnte das nicht, wenn es dann heißt: Heute wird die Berta geschlachtet", erzählt Daniela Liedtke. Anton selbst wird den Hof auch nächstes Jahr wieder verlassen. Deckbullen müssen alle zwei bis drei Jahre ausgetauscht werden, damit keine Inzucht geschieht. Geschlachtet werde er aber nicht. Daniela Liedtke erklärt: "Das ist viel zu schade. Vielleicht können wir ihn mit einem Bullen von einem anderen Züchter tauschen."

Auf dem Herbstfest der Familie Liedtke kann man neben den 60 Pensions-Pferden – unter denen auch drei Polo-Pferde sind, die an Turnieren teilnehmen – auch die Angus-Rinder einmal aus der Nähe begutachten. Außerdem sind weitere Attraktionen geplant. "Das ist gerade für Familien ein toller Sonntagsausflug", ist sich Andreas Liedtke sicher.

Herbstfest

Familie Liedtke veranstaltet an diesem Sonntag von 11 bis 15 Uhr ein Herbstfest auf ihrem Hof in Adelheidsdorf, Kurfürstendamm 39. Neben einem Flohmarkt, auf dem dieses Jahr nicht nur Reiterartikel zum Verkauf angeboten werden, gibt es auch Ponyreiten, Kinderschminken und eine Hüpfburg.