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Adelheidsdorf Heidelbeer-Diebstahl von Staren wird geduldet
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Heidelbeer-Diebstahl von Staren wird geduldet
15:30 21.07.2017
Quelle: dpa/Montage: CZ
Adelheidsdorf

Diese Saison sei das Problem mit den Staren besonders massiv, sagt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Heidelbeeranbauer, Heiner Husmann. Grund für manche Obstbauern, die Tiere mit Netzen und Knallkanonen zu verscheuchen.

Mehr als 70 Prozent von Deutschlands Anbaufläche für Heidelbeeren liegt nach Angaben des Bunds Deutscher Heidelbeeranbauer in Niedersachsen. Bei Adelheidsdorf baut Johannes Burchard mit seinem gleichnamigen Ökologischen Landbau auf neun Hektar die blauen Beeren an. Dass sich ab und zu Stare über seine Ernte hermachen, sieht er entspannt. "Wir haben ein paar Sträucher mehr und können eh nicht alles ernten. Den Rest dürfen die Stare fressen", sagt der Bio-Landwirt.

Die Vögel würden sich schließlich nicht nur auf Heidelbeeren beschränken, auch Kirschen und Pflaumen stünden bei Staren hoch im Kurs, weiß Burchard. Wo es etwas zu naschen gibt, würden die Tiere schnell herausfinden. "So etwas spricht sich herum", sagt er.

Völlig ohne Konflikte geht es auch auf Burchards drei Feldern nicht zu. "Wenn sich die Stare streiten und dann reife Beeren herunterfallen, das ist ärgerlich", findet der Bio-Landwirt. Damit müsse man aber leben. "Das ist Natur", stellt Burchard pragmatisch fest.

Mit einem Augenzwinkern zieht der Heidelbeer-Bauer einen Vergleich zu seinen Mitarbeitern und Erntehelfern. "Die dürfen auch so viel essen, wie sie wollen", sagt Burchard. Selbstpflücker hätten ebenfalls recht freie Hand. "Hier darf jeder satt werden", verspricht er.

Landwirt Arne Deecke aus Lachendorf baut in einem Wald in der Nähe von Lachendorf 20 Hektar Heidelbeeren an. Lediglich "ein paar Vögel" würden von seinen Feldern die Früchte fressen. Neben Staren gehören laut Deecke auch Drosseln und Insekten zu den Obstdieben. Die Ernte sei dadurch aber nicht gefährdet. "Wäre es nur eine kleine Fläche, dann würde das einen Schaden verursachen, aber so geht es", sagt Deecke. Er begegnet den diebischen Vögeln genauso entspannt wie Bio-Landwirt Burchard. (ath)

Von Amelie Thiemann