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Adelheidsdorf Heinrich Rostalski: Adelheidsdorf ist ein Pferdedorf
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Heinrich Rostalski: Adelheidsdorf ist ein Pferdedorf
18:22 03.07.2014
Die Martinskirche gehört einfach zum Dorf dazu. Heinrich Rostalski freut sich auf den Dorfladen, der später um ein Café ergänzt werden soll. Das Dorfgemeinschaftshaus hat sich gut entwickelt und wird lebhaft angenommen. Im Dorf ist noch Fleischermeister Andreas Buchholz tätig. Quelle: Lothar H. Bluhm
Adelheidsdorf

Heinrich Rostalski ist zuversichtlich, dass im September der Dorfladen in Großmoor öffnet. Wo er früher seine Schmiede und die Landmaschinenschlosserei betrieb, sollen demnächst Lebensmittel, Obst, Gemüse und Backwaren verkauft werden. „Das ist ganz wichtig, um die Kommunikation im Ort und die Verbundenheit der Leute untereinander zu fördern“, sagt „Urgestein“ Rostalski (81).

Gut sei auch, dass sich 150 Einwohner mit 200 Anteilen an dem wirtschaftlichen Verein „Unser Dorfladen“ beteiligen, denn das fördere die Identität mit dem Vorhaben, denkt Rostalski, der lange in der Politik stand und Brandmeister der Feuerwehr war. Die Post kommt in das Gebäude und durch ein Dorfcafé sollen in der nächsten Phase die Lebensqualität und das Wohlfühlen gesteigert werden.

Im Müggenburger Moor seien für die staatliche Domäne die Häuser gebaut worden. Mit rund 4000 Morgen wurden Ackerbau und Milchviehhaltung betrieben. Bis ungefähr 1952. „Das Haus gegenüber war die Administration“, deutet Rostalski auf das Klinkerhaus auf der anderen Straßenseite.

Vor dem übernächsten Nachbarhaus spielen Kinder Plumpssack, andere turnen auf Geräten. Der Kindergarten Moorwichtel hat sich hier eingerichtet, nachdem die Schule 1970 aufgelöst wurde und die Schülergenerationen seither zur Grundschule in die Schulstraße fahren. Gleich nebenan ist das Dorfgemeinschaftshaus, das von den örtlichen Vereinen gut genutzt wird.

Auf dem Turm der Martinskirche brüten seit Jahren regelmäßig Störche. „Früher hatten wir hier drei Gaststätten, drei Lebensmittelläden und zwei Bäckereien – die sind alle weg“, blickt Rostalski zurück. Allein die Landschlachterei Buchholz sei noch da.

Und Pferde gibt es in Adelheidsdorf. Vor den Grundstücken stehen Pferdetransporter, Rostalski spricht von 13 Reithallen. „Alles privat und zur Freizeitgestaltung.“ Weite grüne Wiesen, Schwarzbunte, Pferde, Hecken und viel Grün. Zudem sind Kudammhof, Tierarzt, Gärtnerei und die IAC, die International Automotive Components auf dem ehemaligen Stankiewicz-Gelände an der alten B 3, vorhanden.

„Die Zukunft der Menschheit hängt nicht davon ab, was sie tut, sondern mehr denn je davon, was sie unterlässt“, zitiert Rostalski den amerikanischen Schriftsteller John Irving: „Diese Erfahrung mache ich jeden Tag.“

Von Lothar H. Bluhm