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Adelheidsdorf Nachbarn streiten in Adelheidsdorf: Blätter fallen weiter
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18:55 22.02.2012
Adelheidsdorf

Gut zwanzig Jahre leben sie nun Tür an Tür, doch warm geworden sind die Nachbarn nie miteinander. „Bei Nachbarschaftsstreits spielen Emotionen eine Rolle“, sagte der Vorsitzende gestern, „da ist eine gefühlte Beeinträchtigung, die wie steter Tropfen den Stein höhlt.“ Die Klage dürfe nach Auffassung des Gerichts jedoch „weitgehend unbegründet“ sein. Hintergrund sei unter anderem, dass Grundstücksbesitzer sowieso Laub entfernen müssen. Verteidiger G. aus Celle ergänzte, das er dies alle vierzehn Tage mache.

Zur Einigung ohne Urteilsspruch schlug der Richter vor, dass die Touaitis ihre Dachrinne abdecken, damit diese durch die Blätter der Amerikanischen Eiche nicht mehr verstopfen kann. Bis zu 150 Euro zahlt die Nachbarin dazu. Für morsche Äste, die nach Angaben der Touaitis auf deren Grundstück fallen, gab es bei Gericht keine Lösung. Anwohner müssen nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs mit gewissen Mengen von Laub und Ästen leben. Die Kläger zeigten sich nach dem Termin enttäuscht.

Anwalt G. hatte im Verlauf eines früheren Verhandlungstermins mit der Aufforderung Aufsehen erregt, Jamila Touaiti, seit 1987 in Deutschland, solle doch in ihr Heimatland zurückkehren, wenn ihr das Laub in Deutschland nicht passe. Verschiedene Beschwerdestellen haben Sanktionen zwischenzeitlich abgelehnt. G. ist weiterhin zu keiner Stellungnahme bereit gewesen, ebensowenig die Beklagte.

Von Isabell Prophet