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Adelheidsdorf Neue Jobs für Adelheidsdorf in Sicht
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18:08 09.02.2010
Von Simon Ziegler
Adelheidsdorf

Die amerikanische IAC-Gruppe hat nun auch das US-Geschäft des insolventen Autozulieferers Stan-kiewicz übernommen. Das gab Insolvenzverwalter Christopher Seagon gestern bekannt. „Der Verkauf der amerikanischen Gesellschaft von Stankiewicz ebenfalls an IAC ist auch ein gutes Zeichen für Stankiewicz in Deutschland“, sagte Seagon.

Jens Höhnel, Europachef des Autozulieferers International Automotive Components Group (IAC), wertete das US-Geschäft als positive Nachricht für den Standort Adelheidsdorf. „Der Auftragseingang war 2009 sehr gut. Bis die Aufträge greifen, vergehen aber noch bis zu zwei Jahre, weil die Produkte noch entwickelt werden“, so Höhnel gegenüber der CZ. Es sei vorstellbar, dass 2010 neue Jobs in Adelheidsdorf entstünden. Auf eine genaue Zahl wollte er sich indes nicht festlegen. „Die Botschaft ist aber klar: Wenn wir neue Aufträge haben, stocken wir auch personell auf.“ Seit der Übernahme durch IAC seien in Adelheidsdorf bereits rund zehn neue Mitarbeiter eingestellt worden.

Das Unternehmen war durch die Finanz- und Autokrise in Liquiditätsschwierigkeiten geraten und hatte Ende 2008 Insolvenz angemeldet. Dem Insolvenzverwalter gelang es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und sich mit den Hauptkunden und Banken auf die Fortsetzung zu einigen. In Adelheidsdorf werden unter anderem Bodenbeläge für die C-Klassen-Produktion und Radhausschalen für den neuen 5er BMW und den neuen Astra gefertigt, so Höhnel.

Während des Insolvenzverfahrens verloren in Adelheidsdorf rund 200 Menschen ihre Arbeit. Nach Auskunft von Betriebsratschef Gerhard Thies seien dort momentan noch knapp 400 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Stimmung unter der Belegschaft beschrieb er als gespalten. „Viele sind froh, dass es weitergeht. Die allgemeine Unruhe im Automobilzulieferermarkt macht sich aber schon bemerkbar“, so der Betriebsratschef. Er hofft, dass IAC gut durch das Jahr 2010 kommt. „Da wir kaum Kleinwagenhersteller beliefern, haben wir von der Abwrackprämie fast gar nicht profitiert. Möglich, dass wir im Gegensatz zu anderen jetzt stabil bleiben“, so Thies.

Durch das gestern bekannt gewordene US-Investment konnten in Amerika rund 150 Arbeitsplätze gesichert werden, hieß es. Der Kaufpreis liegt nach Angaben aus Unternehmenskreisen im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Die Übernahme von Stankiewicz durch IAC ist damit abgeschlossen. IAC ist ein globaler Automobilzulieferer mit einem nach eigenen Angaben weltweiten Umsatz im Jahr 2008 von 4,5 Milliarden US-Dollar, 75 Produktionsstandorten in 18 Ländern und über 23000 Mitarbeitern. In Europa hat IAC etwa 5000 Beschäftigte.