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Adelheidsdorf Reh springt Radfahrer an: Krankenhaus
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Reh springt Radfahrer an: Krankenhaus
17:42 06.06.2012
Rehopfer Felix Schulze Quelle: Peter M¸ller
Adelheidsdorf

Felix Schulze ist ein Pechvogel. Aber was ihm passiert ist, hat wohl noch kaum jemand erlebt. Er lag bis gestern in der Kinderklinik im Allgemeinen Krankenhaus (AKH), hing kurzfristig sogar am Tropf. Und das, weil ihm ein Reh frontal ins Fahrrad gesprungen ist.

Frühmorgens hatte sich der Lehrling am Dienstag auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle, der Land- und Hausschlachterei Buchholz in Großmoor, gemacht. Der Weg ist nicht weit vom Nachbarortsteil Adelheidsdorf. Was passierte, damit konnte der junge Mann nicht rechnen. Schulze erlitt einen Wildunfall. Ein Reh, das in Begleitung eines Kitzes unterwegs war, sprang ihn regelrecht vom Fahrrad. Er flog in hohem Bogen vom Rad und knallte zu allem Unglück mit dem Kopf auf die Straße.

Fleischermeister und Ausbilder Andreas Buchholz erwartete den 17-Jährigen bereits. Vergebens. Nach einer guten Stunde rief er den Lehrling an. „Es hätte ja auch sein können, dass er nur verschlafen hat“, sagt Buchholz. Als Felix Schulze dann aber nicht an sein Handy ging, rief er Schulzes Großeltern an. Wenig später herrschte Klarheit. Polizei und Rettungswagen waren inzwischen am Ort des Geschehens eingetroffen, um den Verletzten zu versorgen und den Schaden aufzunehmen.

Und was weiß der Verletzte noch von dem, was passiert ist? „Nicht mehr viel“, sagt Felix Schulze, dem das Ganze zwei Tage Krankenhausaufenthalt eingebracht hat. „Ich bin wach geworden, da standen vier Leute um mich. Das waren Bürger, die zur Arbeit wollten“, sagt er. „Die waren auf dem Weg zur Firma IAC.“

Der Unfall selbst hat sich nach den Erinnerungen des Betroffenen so zugetragen: Der junge Mann wollte den Gewerbering in Höhe des Hermes-Umschlagplatzes verlassen und auf der Nienhagener Straße rechts abbiegen. Die Bambi-Familie war auf dem Weg in den Gewerbering. Schulzes erster Eindruck war, dass das Reh ihm nicht wohl gesonnen war. Immerhin ist es ja kein bisschen ausgewichen.

„Direkt angesprungen, so etwas habe ich bislang noch nicht gehört“, erklärt Kreisjägermeister Hans Knoop. Dass aber beide Verkehrsteilnehmer aufeinander zugekommen sind, ist für Knoop ein Indiz, dass das Reh absichtlich auf den Lehrling zugesprungen ist. „Das kann schon mal sein, die schützen ihre Kitze“, sagt er.

Gestern konnte Felix Schulze das Krankenhaus verlassen. Noch lange aber wird er sich morgens die Frage stellen, wen oder was er so früh bereits treffen mag.

Von Matthias Blazek