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Adelheidsdorf Schluss mit Tontauben-Schießen in Großmoor
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Schluss mit Tontauben-Schießen in Großmoor
20:05 17.02.2015
Von Simon Ziegler
Tontaubenschießen in Großmoor Quelle: Alex Sorokin
Großmoor

Auf dem Schießplatz in Großmoor darf bald nicht mehr auf Tontauben geschossen werden. Das steht in einem Brief, den Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) an einen Anwohner geschrieben hat. Der Bürger hatte den Minister kontaktiert und um Unterstützung gebeten, "nachdem der Landkreis seit nun 13 Jahren nicht erkennbar tätig geworden ist".

Wenzel hat sich dann persönlich in die Angelegenheit eingeschaltet und mit Landrat Klaus Wiswe über den "Sachstand zur Schließung des Schießplatzes Großmoor" gesprochen, wie er schreibt. Den Angaben des Ministers zufolge habe der Landkreis im Januar bestätigt, dass er beabsichtige, den Schießbetrieb für den Wurftaubenschießstand in Kürze zu untersagen. Außerdem sollen der Boden saniert, die Geschossreste schadlos verwertet und eine landwirtschaftliche Nutzung der verunreinigten Flächen untersagt werden. Weidehaltung von Tieren im Niederschlagsbereich der Schrote und Wurfscheiben soll nicht mehr möglich sein. Das soll dem Betreiberverein bereits im Oktober 2014 mitgeteilt worden sein. "Der Landkreis beabsichtigt, die genannten Maßnahmen gegenüber dem Betreiberverein zeitnah zu verfügen", schließt Wenzel seinen Brief.

Vom Landkreis Celle gab es am Dienstag zu dem Vorgang auf CZ-Anfrage keine Stellungnahme. Matthias Blazek, stellvertretender Bürgermeister in Adelheidsdorf und Fraktionschef der Grünen im Wathlinger Samtgemeinderat, sprach von "einem Machtwort" des Ministers. "Dieser Schritt ist längst überfällig gewesen. Es ist ärgerlich, dass es so lange gedauert hat", sagte Blazek. Das Schreiben des Ministers sei ein deutliches Signal an die Celler Kreisverwaltung, transparenter zu arbeiten. Zwar hatte der Landkreis schon 2010 vom Betreiberverein Schießanlage Großmoor ein Gutachten gefordert. Doch über die Expertise und ihre Konsequenzen wurde so gut wie nichts bekannt – aus Datenschutzgründen, wie es offiziell hieß.

Die Grünen hatten die Umweltverschmutzung rund um den Schießplatz im vergangenen Jahr thematisiert und auf die Agenda gehoben. Weil am Schießstand Großmoor jahrzehntelang auf Tontauben geschossen wurde, ist der Boden mit Arsen und Blei belastet. Bürger hatten sich zudem wiederholt über eine erhebliche Lärmbelastung beschwert. Der Verein selbst hat betont, dass die Bodenbelastung keine Gefahr für das Umfeld darstelle.

Das Umweltministerium hatte den Landkreis Celle schon Anfang des Jahres 2013 aufgefordert, „mittelfristig“ dafür zu sorgen, dass der belastete Boden in Großmoor bis zu einer gewissen Tiefe ausgehoben werden soll. Das ist bis heute nicht geschehen.