Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Adelheidsdorf Tontauben-Schießen in Großmoor: Politik macht Druck
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Tontauben-Schießen in Großmoor: Politik macht Druck
17:09 20.02.2015
Von Simon Ziegler
Tontaubenschießen in Großmoor Quelle: Alex Sorokin
Großmoor

In der Debatte um die Zukunft der Tontaubenschießanlage in Großmoor haben Politiker und Verwaltungsvertreter den Landkreis Celle zum Handeln aufgefordert. Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube, der in Großmoor lebt, sprach von einer "gravierenden Umweltverschmutzung" bei der Schießanlage. "Ich bedauere, dass es so weit kommen musste, dass ein Minister eingeschaltet wurde", sagte Grube, nachdem Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sich in die Sache eingemischt hatte.

Grube verweist auf ein Gutachten aus dem Jahr 2010, wonach "in Schussrichtung des Tontaubenschießstandes mehr als 20 Tonnen Bleischrot liegen", wie er sagte. Durch Niederschlag könnten Potenzen abgespült werden und ins Grundwasser gelangen. "Dieses Risiko darf man nicht hinnehmen", sagte der Samtgemeindebürgermeister. Blei ist ein Schwermetall, es kann das Nervensystem schädigen und zu Nierenschäden führen.

Dass der Landkreis Celle noch keine Schritte zur Sanierung angeordnet hat, obwohl die Probleme seit mehreren Jahren bekannt sind, kommentierte der Wathlinger Verwaltungschef diplomatisch: "Mit der Zeit besteht die Gefahr, dass das Verständnis verloren geht."

Andere Politiker reagieren deutlicher. Der Kreistagsabgeordnete Gerald Sommer (Grüne), der mit einer Nachfrage an die Celler Kreisverwaltung im vergangenen Jahr das Thema wieder auf die politische Agenda geholt hat, sagte, dass eine Sanierung des Bodens umgehend erfolgen müsse. "Es ist jetzt an der Zeit, dass der Landkreis Empfehlungen aus dem Gutachten endlich umsetzt. Nicht mehr reden, sondern handeln", fordert Sommer. Kritik kommt auch von der SPD: „Uns stellt sich zunächst vor allem eine Frage: Warum dauert das alles so lange? Seit vielen Jahren schon ist die Kreisverwaltung mit dem Thema befasst, aber verbindliche Antworten stehen aus", erklärte der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt. "Wir wollen natürlich wissen, was an den Befürchtungen über Bodenbelastungen denn nun dran ist – das muss verlässlich aufgeklärt werden."

Schmidts Landtagskollege Ernst-Ingolf Angermann (CDU) hat vor 20 Jahren selbst mal auf der Anlage in Großmoor auf Tontauben geschossen, wie er sagte. "Bei diesem sensiblen Thema muss man schon in einem angemessenen Zeitraum reagieren", sagte er. Wenn es eine Belastung gebe, dann müsse sie auch beseitigt werden, so der CDU-Politiker.

Der Landkreis Celle hatte vor wenigen Tagen auf Anfrage mitgeteilt, dass schon seit 1999 bekannt sei, dass ein Umbau der Anlage erforderlich ist. Im Jahr 2010 seien Boden und Grundwasser untersucht worden. Dabei kam heraus, dass eine moderate Belastung des Grundwassers sowie eine erhebliche Belastung des Bodens, hauptsächlich durch Blei, vorliegt. Eine Untersagung des Schießbetriebs ist bisher aber nicht erfolgt.

Vom Betreiberverein Schießanlage Großmoor gibt es noch keine Stellungnahme zu der in dieser Woche wieder aufgeflammten Diskussion. Gefragt, ob der Verein für die Beseitigung der Schäden aufkommen werde, erklärte der Schriftführer des Vereins im Juni 2014: „Der Verein wird im Rahmen der Vorgaben des Landkreises Celle als Genehmigungsbehörde entsprechende Maßnahmen erfüllen.“