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Adelheidsdorf Wolfgang Grube: Dritte Amtszeit geplant
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Adelheidsdorf Wolfgang Grube: Dritte Amtszeit geplant
17:12 19.05.2014
Von Simon Ziegler
Ungewöhnliche Karriere in der Lokalpolitik: Wolfgang Grube mit Vierhornschaf Arthur im Arm. Quelle: Alex Sorokin
Großmoor

Er war Klempnerinstallateur und Krankenpfleger, Masseur und medizinischer Bademeister. Dann verschrieb er sich der Lokalpolitik. Seit 1998 ist Wolfgang Grube SPD-Samtgemeindebürgermeister in Wathlingen. Es ist eine der ungewöhnlichsten Karrieren in der hiesigen Politik – vor allem, weil Grube auch einer der populärsten Verwaltungschefs im Kreis Celle ist.Grube hat das seltene Talent, sich mit jedem auf Augenhöhe zu unterhalten – sei es mit der Oma in Großmoor oder dem Manager vom Bergbauunternehmen K+S. Grube, der Menschenfreund, findet oft die richtigen Worte. 2006 hat er bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl Torsten Harms (CDU) haushoch geschlagen. Fast 63 Prozent stimmten damals für den „rechten Linken“ aus Großmoor, wie er sich selbst bezeichnet. Einer, der das Herz am richtigen Fleck hat, oder – in seinen Worten – der sich der christlichen Soziallehre verpflichtet fühlt. Dass die CDU dieses Mal erst gar keinen Kandidaten aufgestellt hat, spricht für sich. Wer sollte es auch machen? Auch Harms wollte sich wohl keine blutige Nase mehr holen.Wolfgang Grube, vor 63 Jahren in Großmoor geboren, strahlt immer Zufriedenheit und Lebensfreude aus. Dabei ist das alles andere als selbstverständlich, denn er hat schon viele Schicksalsschläge verkraften müssen. Vor vielen Jahren starb seine Verlobte bei einem Unfall, zwei Kinder hat er verloren. Trotzdem spricht aus ihm nie die Verzweiflung, sondern immer die Zuversicht. „Ich bin nicht besonders religiös, aber gläubig. Das gibt einem Kraft und Gelassenheit“, sagt er.Für Freude im Hause Grube sorgen neuerdings die Kinder der Krippe. Im Erdgeschoss seines Hauses in Großmoor wird seit ein paar Monaten der jüngste Adelheidsdorfer Nachwuchs betreut. „Ich mag Kinder“, sagt der Hausherr. Und die Kinder fühlen sich im Grubeschen Kleinbauernhof wohl. Vorne sind in einem Gehege ein paar Schafe, hinter dem Haus auch, außerdem grasen Pferde auf einer Weide, Katzen laufen über das große Grundstück. Was früher ein Bauernhof im Nebenerwerb war, ist heute reines Hobby.Während seine 30-jährige Tochter nebenan wohnt, ist vor ein paar Monaten Lebensgefährtin Cordula Schack bei Grube eingezogen. Es ist eine wirklich hübsche Konstellation: Schack ist für die CDU nicht nur im Samtgemeinderat, seit neuestem ist sie auch Ratsvorsitzende. Also sitzt bei Ratssitzungen der Samtgemeinde vorne das Paar Grube-Schack. Einig sind sie sich keineswegs immer. Als es vor ein paar Wochen um neue Windräder in der Samtgemeinde ging, war er für eine F-Plan-Änderung, sie dagegen. Wie das funktioniert? „Über parteipolitische Dinge sprechen wir zu Hause nicht. Wir respektieren unsere unterschiedlichen Auffassungen“, sagt der Sozialdemokrat.Warum er sich jetzt mit 63 Jahren nicht zur Ruhe setzt? Zu Hause den Krippenkindern beim Älterwerden zuguckt und die vielen Tiere füttert? Und Politik Politik sein lässt? „Ich hätte eigentlich genug zu tun“, gibt Wolfgang Grube zu. „Solange mir der liebe Gott die Gesundheit lässt, habe ich die feste Absicht, den Job weiterzumachen.“ Außerdem: Wenn ein Dachdecker bis 67 arbeitet, könne er nicht mit 63 in Rente gehen. Er stehe für eine volle Wahlperiode bis zum Jahr 2021 zur Verfügung. Und dann bleibt immer noch genug Zeit für seine Lieblingsbeschäftigung: „Es gibt nichts Schöneres, als auf dem Trecker zu sitzen, Heu zu wenden und den Storch zu sehen.“