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Nienhagen Ärger mit Vodafone: Unerreichbar in Nienhagen
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12:08 20.01.2014
Von Simon Ziegler
Vodafone-Kundin Constanze Walter-Jakob denkt über einen Wechsel - des Anbieters nach. Sie habe in Nienhagen ständig Netz-Probleme. Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

„Mal habe ich Empfang, mal habe ich keinen Empfang. Dabei muss ich für meine Kunden erreichbar sein“, sagt Michael Habekost. Er hat einen Mobilfunkvertrag mit Vodafone und betreibt den EDV-Service Habekost. Er habe schon Kunden verloren, weil man ihn nicht anrufen konnte, schimpft er in Richtung Vodafone. „Es ist schon schlecht, wenn man als IT-ler nicht erreichbar ist.“

Mit seinen Klagen ist er in Nienhagen nicht allein. Constanze Walter-Jakob wohnt seit Juni 2013 in der Gemeinde, Schon beim Einzug habe es mit dem Internet Probleme gegeben, „Vodafone hat es auf die Telekom geschoben und die Telekom auf Vodafone“. Und auch mit dem Mobilfunk fürs Smartphone läuft es nicht rund. „Ich habe ständig Netzprobleme, das häuft sich, es wird immer mehr“, berichtet Walter-Jakob. Sie überlegt zu kündigen.

Sauer ist auch Lars Düvel. Er und seine Frau haben vier Verträge mit Vodafone abgeschlossen, zwei für die beiden Smartphones, zwei für die Tablet-Computer. 200 Euro zahlen sie dafür im Monat an Vodafone. Hauptproblem ist für Düvel die fehlende Datengeschwindigkeit für das Tablet. Doch manchmal könne man ihn nicht mal anrufen. Jetzt kommt dazu, dass sein Arbeitgeber – ein Produktionsbetrieb aus Hannover – Kurzarbeit angemeldet hat. „Ich muss für meinen Arbeitgeber einfach erreichbar sein“, so der Nienhagener, der eigentlich ein treuer Vodafone-Kunde ist, wie er selbst sagt. Doch jetzt gehe die Tendenz zum Wechsel.

Nachdem es schon längere Zeit Schwierigkeiten mit dem Empfang gegeben haben soll, waren massive Mobilfunk-Probleme im Dezember aufgetreten, hatte Vodafone selbst eingeräumt. Bei Facebook gab es daraufhin etliche kritische Kommentare. Zunächst hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass die Einschränkungen schnell behoben sein sollen. Dann hieß es, dass die Kunden noch bis Ende Januar mit erheblichen Einschränkungen rechnen müssen. In dieser Woche sagte Firmensprecher Volker Petendorf schließlich, dass die Probleme erst Ende März oder Mitte April beseitigt werden können.

Gerätselt wird schon lange, warum es nicht gelingt, den Mobilfunk in Nienhagen in den Griff zu bekommen. Schließlich handelt es sich nicht um ein Dorf in den abgelegenen Weiten des Landkreises, sondern um eine Gemeinde, die fast an den Speckgürtel Hannovers grenzt. Vodafone selbst hatte im Dezember von Wartungs- und Modernisierungsarbeiten gesprochen. Jetzt teilte das Unternehmen mit, den Funkmast eines Mitbewerbers in Adelheidsdorf zu nutzen, um seinen Kunden endlich eine bessere Mobilfunkversorgung anzubieten.

Nach wie vor ärgert sich auch der Nienhäger UWG-Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Alexander Hass über die Probleme. Ihn muss man in Nienhagen auf dem Festnetz anrufen, um ein vernünftiges Gespräch zu führen. Er hat jetzt eine Informationsveranstaltung am 7. Februar im Rathaus ins Leben gerufen. Dann soll Vodafone berichten, was das Unternehmen plant, um endlich Verbesserungen zu schaffen. Doch den Termin hat Hass nicht mit Vodafone abstimmen können, er sei nicht zurückgerufen worden, sagt er. Am Montag geht ein Brief per Einschreiben nach Düsseldorf – das Vertrauen ist dahin. Indes hatte Sprecher Petendorf der CZ gesagt, gerne an einer Bürgerversammlung teilzunehmen.

Es wäre nicht die erste Versammlung mit Vodafone in Nienhagen. Schon 2012 waren Unternehmensvertreter gekommen, damals ging es um VDSL, also schnelles Internet. Nach Angaben von Alexander Hass haben aber nur wenige schnelles Internet bekommen, auch habe Vodafone später erklärt, auf LTE-Funk statt auf den Ausbau des VDSL-Netzes zu setzen. Das sei aber keine Alternative für Firmen, wenn große Datenmengen transportiert werden müssen.

Beschwerden über Mobilfunk gibt es in Nienhagen ebenfalls schon lange. Der beschlossene Funkmast am Katzengraben soll Verbesserungen bringen. Den baut die Telekom, Vodafone will ihn mitnutzen. Doch das dürfte noch dauern.