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Nienhagen Ärger um "Bürgermeister-Laternen" in Nienhagen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Ärger um "Bürgermeister-Laternen" in Nienhagen
00:07 10.03.2015
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Eine 7500 Euro teure Investition in Straßenlaternen sorgt für Ärger in Nienhagen. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat Mitte Februar mehrheitlich beschlossen, am Fuchsweg im Ortsteil Nienhorst drei Lampen aufzustellen. Keine große Sache eigentlich, wäre da nicht der strikte Sparkurs.

Denn im Ort sollen die Kita-Beiträge um 23 Prozent steigen (siehe Text unten). Der Rat hat bereits entschieden, dass die Grundsteuern A und B erheblich, und zwar um 70 Punkte, angehoben werden. Außerdem wird es Einschnitte bei der Vereinsförderung geben. Grund: Die Gemeinde muss ihren Haushalt sanieren.

Dass in diesen Sparzeiten, in denen Eltern und Immobilienbesitzer belastet werden, Geld für Straßenlaternen da sein soll, stößt auf heftige Kritik. „Ich finde das überhaupt nicht gut“, sagt CDU-Fraktionschef Hans Engelbert Windelen (CDU). Es handele sich um einen Waldweg, an dem noch nie Laternen standen. Niemand brauche diese Leuchten. „Wenn alle Opfer bringen müssen, ist das für mich ein Unding“, schimpft Windelen. Die Investition sei das völlig falsche Signal. Dennoch hat eine Mehrheit im Verwaltungsausschuss für die Ausgabe gestimmt.

Im Dorf sollen die Leuchten bereits „Bürgermeister-Laternen“ genannt werden. Denn Verwaltungschef Jörg Makel wohnt ganz in der Nähe, man geht im Fuchsweg angeblich gerne spazieren, heißt es. Makel selbst hat den Antrag auch in die politische Beratung eingebracht.

Hat das Ganze also ein Geschmäckle? Die Lampen seien überhaupt nicht seine eigene Idee gewesen, ihn hätten Bürger angesprochen, verteidigt sich Makel. Daraufhin habe er diesen Wunsch an die Gremien zur politischen Beratung weitergegeben. Er selbst hat für die Lampen gestimmt, erklärt er auf Nachfrage.

Für den Bürgermeister ist es eine Investition in die Sicherheit. Im Fuchsweg sei nämlich die Einbahnstraßenregelung aufgehoben worden, den engen Weg nutzten Autos und Fahrradfahrer. Für die Schulkinder sei es sicherer, wenn es mehr Licht gibt, argumentiert Makel.

Der Bürgermeister sagt, dass er – trotz seiner Stimme für die drei neuen Lampen – eigentlich für weniger Straßenlaternen in der Gemeinde plädiert. „Ich brauche die Lampen nicht und wenn es nach mir geht, sollten wir viel mehr Lampen abbauen als zusätzlich welche aufstellen. Wenn auf einer von vielen Menschen genutzten Strecke von vier Kilometern Lampen aufgestellt sind und es eine Lücke von 300 Metern gibt, dann macht es ja wohl Sinn, dass man diese Stelle, die auch noch Gefahrenpunkt ist, ergänzend beleuchtet“, findet der Bürgermeister.

Außerdem werden die Leuchten nur aufgestellt, wenn sich die Gemeinde Adelheidsdorf finanziell beteiligt. Laut Makel habe sich auch Bürgermeister-Kollegin Susanne Führer für die Straßenlaternen ausgesprochen. Den Begriff „Bürgermeister-Laternen“ kannte er bis Montag noch nicht.