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Nienhagen An die Kriegstoten erinnern
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen An die Kriegstoten erinnern
18:02 18.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

Erstmals wurden während des Volkstrauertages gestern in Nienhagen die Namen der Toten der beiden Weltkriege vorgetragen. Es waren eindrückliche Momente, als die beiden Schülerinnen Lina Quack und Josefine Lienau die Namen an der Laurentius-Kirche vorlasen. Es waren Namen aus vielen bekannten Nienhäger Familien. Auch der Ururgroßvater von Josefine war darunter, der im Ersten Weltkrieg gestorben ist.

Vor 60 Jahren haben sich Nienhäger Bürger nach dem Neubau des Kirchturms erstmals an dem Ort versammelt, um der Toten und Vermissten beider Weltkriege zu gedenken. Gestern besuchten rund 100 Bürger den Gottesdienst, ehe ein Kranz im Gedenkraum des Kirchturms niedergelegt wurde. Traditionell waren Vertreter von Schützenverein, Heimatverein und Feuerwehr dabei.

Pastor predigt über das Erinnern

In seiner Predigt sprach Pastor Uwe Schmidt-Seffers über die Kraft des Erinnerns. "Liebe Gemeinde, die Erinnerung am Volkstrauertag an die Toten der Kriege ist wichtig und schwierig zugleich, weil wir damit immer noch und auch unsere eigene Geschichte und die Geschichte unserer Familien verbinden", sagte er. Zur Rolle der Kirche äußerte sich Schmidt-Seffers sehr kritisch. "Die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren muss alle christlichen Kirchen in Europa beschämen. Zuallererst unsere evangelischen Kirchen, die mit einer Selbstverständlichkeit, die unfassbar ist, die Waffen des Kaiserreiches gesegnet haben. Sie haben viel Schuld auf sich geladen."

Bürgermeister Jörg Makel betonte, der Volkstrauertag sei Erinnerung und Mahnung zugleich. "Es ist einfacher, für die Demokratie zu kämpfen, solange es sie noch gibt. Danach wird es schwieriger", sagte er. Auf Krieg könne man verzichten, auf Demokratie nicht.

Denkmal: Bürger sind sich uneins

Die Diskussion um das Kriegerdenkmal im Rathauspark spielte am Rande des Volkstrauertages eine Rolle. "Es geht nicht, dass man die Toten ignoriert", sagte Peter Schlussat im Gespräch mit der CZ. Das Mahnmal müsse unbedingt erhalten werde. Für einen Kompromiss offen zeigte sich Erich Narr. Es müsse doch technische Möglichkeiten geben, das Mahnmal an seinem jetzigen Standort abzutragen und am Kirchturm wieder aufzubauen, sagte Narr. Das wäre ein besserer Standort, weil beim Volkstrauertag das Zeremoniell ja immer am Kirchturm stattfindet. Das Kriegerdenkmal spiele doch schon seit vielen Jahren keine Rolle mehr, sagte ein weiterer Bürger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen wollte. "Wenn es nicht mehr genutzt wird, dann ist es kein Denkmal mehr", sagte er. Dietmar Kempf dagegen will den Gedenkort am Rathaus unbedingt erhalten: "Man hat das Denkmal zuwachsen lassen. Die Bäume müssen weg."

Die Meinungen in Nienhagen gehen in Sachen Denkmal sehr weit auseinander. Harald Schilbock von der Kirchengemeinde glaubt, dass eine Abstimmung unter den Bürgern 50 zu 50 ausgehen könnte. Das heißt: Die Hälfte sei für abreißen, die andere für erhalten. Aber es gibt ja Etliches dazwischen, beispielsweise könnte man – der Vorschlag steht im Raum – die Erinnerungstafel mit den 26 Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen im Gedenkraum der Kirche integrieren. Das etwas gemacht werden muss, steht fest. Denn das Mahnmal ist innen feucht und nicht mehr standsicher.

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