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Nienhagen Balanceakt zwischen Spionage und Comedy im Nienhäger Hagensaal
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13:10 05.11.2017
Das „bremer kriminal theater“ brachte in Nienhagen Hitchcocks "39 Stufen" auf die Bühne. Quelle: Kirsten Glatzer
Nienhagen

Der Geschichte zugrunde liegt die schicksalhafte Begegnung zwischen Richard Hannay und der Spionin Annabelle Smith während eines Varieté-Besuchs. Ein Schuss fällt, und weil sie sich von zwei Männern bedroht fühlt, lädt Annabelle sich kurzerhand selbst zu Hannay nach Hause ein. Nachdem die Schöne dort aber auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, gerät der mehr oder weniger unfreiwillige Gastgeber selbst in Verdacht, sie getötet zu haben. Also flüchtet er, macht sich dabei auf die Suche nach dem wahren Täter und versucht ganz nebenbei, dem Geheimnis der „39 Stufen“ auf die Spur zu kommen und sein Land vor einer Katastrophe zu retten.

Die Inszenierung bestach durch ihr perfektes Timing und die Rasanz der Darsteller sowie durch deren Improvisationstalent. Nicht allein, dass sie permanent die Rollen wechseln mussten – immerhin stellten die vier Mimen 39 verschiedene Charaktere dar – sie wurden in Ermangelung von Requisiten auch immer mal wieder selbst zu welchen. So brillierte zum Beispiel der Hotelierssohn als flackerndes, knisterndes Kaminfeuer, während die beiden Polizisten als Zaungatter oder Felsspalte herhalten mussten.

Es war ein Krimivergnügen der besonderen Art. Ein gelungener Balanceakt zwischen Spionage-Geschichte und Comedy, eine Hommage an das Hitchcock-Original – eben ein wunderbar klamaukiger Theaterabend. (gla)

Von Kirsten Glatzer