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Nienhagen Besorgnis nach Benzolfund
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Besorgnis nach Benzolfund
18:34 31.03.2012
Benzol wurde an einer Leitung in einem Erdˆlfeld in Niehagen entdeckt. NIENHAGEN. Mit Besorgnis haben die B¸rgermeister von Nienhagen und Adelheidsdorf am Sonnabend auf die Nachricht reagiert, dass an einer Leitung im Boden einer Erdˆl-Fˆrderst‰tte auf ihrem Gemeindegebiet erhˆhte Benzolwerte festgestellt wurden. Quelle: Peter M¸ller
Nienhagen

Mit Besorgnis haben die Bürgermeister von Nienhagen und Adelheidsdorf am Sonnabend auf die Nachricht reagiert, dass an einer Leitung im Boden einer Erdöl-Förderstätte auf ihrem Gemeindegebiet erhöhte Benzolwerte festgestellt wurden. „Ich bin ein bisschen geschockt, dass zu hören und hätte mir gewünscht, so etwas nicht aus der Zeitung erfahren zu müssen“, sagt Susanne Führer, Bürgermeisterin in Adelheidsdorf. Sie forderte eine umfassende Aufklärung, damit „nicht der Eindruck entsteht, dass hier etwas vertuscht wird.“

Auch ihr Kollege aus Nienhagen Jörg Makel war von der Nachricht in der Celleschen Zeitung überrascht. „Landkreis und Gemeinde Nienhagen sowie die Samtgemeinde werden am Montag Kontakt zu den Verantwortlichen von Exxon Mobil aufnehmen, um nähere Informationen zu bekommen“, kündigte er an. Auch Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube hatte von der Benzolbelastung nicht gewusst.

Das Unternehmen und das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hatten am Freitag mitgeteilt, dass an einer rund 650 Meter langen Leitung zwischen den Bohrungen Elwerath 29 und Elwerath 51 erhöhte Werte von Benzol gefunden wurden. Die Leitung sei daraufhin vorsorglich stillgelegt und soll in den kommenden Wochen weiter untersucht werden.

Rochus Rieche, Referatsleiter Bergaufsicht beim LBEG, sieht derzeit keine Gefahr für das Grund- oder Trinkwasser. „Das Benzol gehört da nicht hin, aber die Werte von 1 Mikrogramm pro ein Kilo Boden sind sehr gering“, sagt Rieche. Allerdings kann er keine abschließende Entwarnung geben, dafür müssen noch weitere Proben an der Leitung analysiert werden. Die soll durch einen unabhängigen Gutachter geschehen, der allerdings von Exxon Mobile beauftragt wird. Rieche hofft, dass diese Untersuchung bis Ende des Monats abgeschlossen sind.

Die Analyse, bei der die erhöhen Werte jetzt gefunden wurden, ist Teil einer größer angelegten Untersuchung von Rohrleitungen aus Kunststoff, die im vergangenen Jahr auf Anordnung des Landes gemacht wurde. Die Leitungen dienen dazu, Lagerstättenwasser zu transportieren. „Als sie zugelassen wurden, beinhaltete der Test der Leitungen nicht die Untersuchung von Diffusion und Permeation“, erklärt Rieche. Das bedeutet, Stoffe wie Benzol können eine Rohrwand, die eigentlich keine Flüssigkeit durchlässt, trotzdem durchwandern und so in den Außenbereich gelangen. Weil im Raum Söhlingen im Landkreis Rotenburg bei einer Rohrleitungstrasse erhöhte Konzentrationen an BTEX-Aromaten (Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) festgestellt wurden, die in dem Lagerstättenwassers enthalten sind, gab es die Untersuchung.

Von Tore Harmening