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Nienhagen Bürger unzufrieden mit Sanierung der Papenhorster Straße in Nienhagen
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18:30 26.09.2016
Autos fahren zu schnell und auf dem Gehweg: Die Papenhorster Straße in Nienhagen nach der Sanierung. Quelle: Wieland Schäfer
Nienhagen

In dem Antrag heißt es: „Nach der Sanierung der Papenhorster Straße, die im ersten Quartal 2016 fertiggestellt worden ist, wurde im Gehwegbereich auf fast kompletter Länge der Bordstein abgesenkt, um dem Verkehr die Möglichkeit zu geben, im Begegnungsverkehr diesen mitzunutzen. Diese Möglichkeit führt nun zu Beschwerden aus der Bevölkerung und den Anliegern."

Weiter wird moniert, dass immer wieder Fahrzeuge auf dem Gehweg parken. Und es würde weiterhin zu schnell gefahren.

Die Ingenieursgesellschaft "Heidt + Peters" schreibt in einer Stellungnahme: „Die Planungen wurden im Vorfeld zweimalig im Bauausschuss der Gemeinde am 8. Juli 2014 und am 16. September 2014 vorgestellt. Am 22. Juli 2014 fand zudem eine Anliegerversammlung statt."

Auch die Polizeiinspektion Celle wurde einbezogen, die Stellungnahme datiert vom 28. Juli 2014: „Im Bereich der durchgängigen Bordsteinabsenkungen könnte der Fußweg von Kfz-Führern als Parkstreifen angesehen werden, daher wäre es ratsam, am Ortsteingang aus Richtung Elwerathstraße und an der Einmündung Dannhorstweg jeweils ein 'Verkehrszeichen Fußweg' aufzustellen."

Das Planungsbüro weist ausdrücklich darauf hin, „dass die Gehwegabsenkung nicht vor dem Hintergrund der Nutzung als Ausweichfläche geplant wurde“. Und: „Eine Separation durch eine Hochbordanlage in Kombination mit den Randbedingungen, insbesondere der Höhenlagen der vorhandenen Grundstücke war nicht möglich."

Etwas weniger auf das Gaspedal drücken die Autofahrer seit der vollendeten Straßen-Sanierung in dieser Tempo-30-Zone. In einer Langzeitmessung vom 29. September bis 13. Oktober 2014 wurden fast 63 Prozent Geschwindigkeitsübertretungen festgehalten. Das schnellste Fahrzeug war mit Tempo 80 unterwegs. Im August 2016, hier wurde erst eine Woche ausgewertet, waren es knapp 48 Prozent aller Fahrzeuge, die zu schnell unterwegs waren, der zweifelhafte Rekord liegt bei Tempo 77 – insgesamt eine messbare Verbesserung.

In der Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Nienhagen wurde der Antrag am 30. August behandelt. Und die Gemeinde Nienhagen handelt: „Das Fußweg-Schild soll nun an allen Einmündungen, Beginn und Ende des Gehweges installiert werden. Außerdem soll ein zusätzliches Schild angebracht werden, das darstellen soll, dass Parken auf dem Fußweg nicht zulässig ist.“ Auch die neuen Messwerte der noch laufenden Geschwindigkeitsmessung sollen veröffentlicht werden.

Dass nicht alle Anwohner mit dem jetzigen Zustand zufrieden sind, bestätigt Elisabeth Müller. „Früher war es besser. Eine Verkehrsberuhigung kann ich nicht feststellen und manchmal, wenn gegenüber geparkt wird, ist die Ausfahrt mehr als schwierig. Auch Zusteller haben Probleme mit dem Parken.“

Auch Peter Morgenstern sieht einige Probleme: „Wenn gegenüber geparkt wird, ist es kaum möglich, das Grundstück mit einem Fahrzeug zu verlassen. Noch problematischer ist allerdings das Befahren des Gehweges als zusätzliche Fahrbahn. Das ist wirklich gefährlich“.

Heute Abend befasst sich der Nienhäger Rat mit dem Antrag von FDP/BL. Thema ist auch der Seniorenbeirat. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

Von Wieland Schäfer