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Nienhagen Carl Orffs „Carmina Burana“ in überfüllter St. Laurentiuskirche
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Carl Orffs „Carmina Burana“ in überfüllter St. Laurentiuskirche
16:56 16.02.2012
Die Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Nienhagen

Ein Jahr lang hatten sich die rund 45 Chormitglieder auf dieses Konzert vorbereitet. Das Ergebnis konnte sich hören lassen. Der Chor klang ausgesprochen homogen. Die Singenden wirkten jederzeit präsent und engagiert. Die kleinen Schwierigkeiten, die der Sopran (teilweise auch der Tenor) in den ausgesprochen hohen Lagen des Stückes hatte, sollte man ganz schnell vergessen. Dafür wurden die ungewohnten Texte aus dem 11. und 12. Jahrhundert selbst in den rhythmisch rascheren Passagen vorbildlich deklamiert.

Hatte man beim Eingangschor „O Fortuna“ noch Bedenken, die Pauken könnten den Chor „erschlagen“, so gelang es dem Schlagzeugensemble „Schlagwerk total“ der Kreismusikschule Peine unter der Leitung von Daniel Keding doch sehr bald, sich zurückzunehmen und zusammen mit den hervorragend auf einander hörenden Pianisten Walter Köster und Tobias Göbel den Chor bei seiner schwierigen Aufgabe angemessen zu unterstützen.

Alexandra Dieck, Sopran, hatte keine Mühe, den Kirchenraum mit ihrer warmen, geschmeidigen Stimme zu füllen. Ihr gleich tat es Dietmar Sander, Bariton, der seine Teile überaus intensiv gestaltete und mit seinem „Ego sum Abbas“ den „Abt der Kukanianer“ sehr glaubwürdig zu präsentieren wusste.

Es ist selten, dass Teile der „Carmina“, über denen „Tanz“ steht, auch tatsächlich getanzt werden. Das ist in Nienhagen vortrefflich gelungen. Luis Amaral und seiner „Company“ gebührt ein ganz dickes Lob, vor allem auch für die Choreografie bei diversen Chorpartien. Orff, der den Tanz sehr schätzte, hätte seine helle Freude gehabt.

Die Begeisterung, mit der die Musizierenden offenkundig am Werke waren, übertrug sich rasch auf die Hörenden. Kein Wunder, dass der Beifall am Schluss auch nach zwei Zugaben nicht enden wollte.

Warum auch immer die „Cantorei“ aus dem Peiner Nordkreis sich die Laurentiuskirche in Nienhagen als Aufführungsort erwählt hatte, es war eine gute Entscheidung, geradezu ein Geschenk für diese experimentierfreudige Kirchengemeinde und ihr Pastorenehepaar, bei dem sich der Sprecher der „Cantorei“ dann auch artig und humorvoll bedankte. (cz)

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt