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Nienhagen Celler Bauern suchen Erntehelfer
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Celler Bauern suchen Erntehelfer
16:21 28.05.2018
Quelle: David Borghoff
Nienhagen

Lange Erdwälle ziehen sich über den Acker. Die Sonne strahlt vom Himmel, während sich der Spargelstecher von Marek Kuma in die Erde gräbt. Geschickt steuert er mit der Spitze seines Werkzeugs den Spargel an, trennt den essbaren Teil von den Wurzeln und gräbt die begehrte weiße Stange aus dem Boden.

Die Spargelernte ist im vollen Gange und Erntehelfer wie Marek Kuma haben zur Zeit alle Hände voll zu tun. Doch während es genügend Arbeit auf den Feldern im Celler Land gibt, sieht die Situation bei den Saisonkräften ganz anders aus.

Da sich die wirtschaftliche Lage in den östlichen EU-Ländern stetig verbessert und damit auch der Lebensstandard immer weiter steigt, werden in einigen Jahren immer weniger Erntehelfer den Weg auf deutsche Felder suchen, schätzt Landwirt Hinrik Leinemann. Zurzeit sei die Lage auf seinem Hof noch nicht prekär, doch „ein Mangel ist schon jetzt spürbar.“ In diesem Jahr hatte der Nienhäger 22 Erntehelfer eingeplant, die bei der Spargelernte mit anpacken sollten. „Am Ende haben wir nur 20 bekommen“, sagt Leinemann. Keine Überraschung für den 35-Jährigen, der vor allem polnische Hilfskräfte beschäftigt. „Das ist eine schleichende Entwicklung.“ Schon seit Jahren merkt er, dass es immer schwieriger wird, geeignete Erntehelfer zu finden. „Die alte Generation stirbt langsam aus und die Jungen wollen nicht mehr“, erklärt Leinemann.

Von denjenigen, die die harte körperliche Arbeit machen wollen, müsse auch einigen abgesagt werden. Denn nicht jeder ist fürs Spargelstechen geeignet. Leinemann müsse wirtschaftlich denken. Seit der Einführung des Mindestlohns rentiere sich nicht mehr jede Arbeitskraft. Seine schwächeren Erntehelfer schaffen etwa 30 Kilogramm Spargel am Tag. Darunter lohne es sich kaum, sie zu beschäftigen. Seine Spitzenkräfte bringen ihm 150 Kilogramm und mehr. Doch die besten Erntehelfer arbeiten auch nicht dauerhaft auf dem Feld. Geübte Saisonarbeiter wie der 30-jährige Marek Kuma werden als Vorarbeiter und für andere Tätigkeiten eingesetzt.

Leinemann versucht zudem Abwechslung in die Arbeit aller seiner Erntehelfer zu integrieren, damit diese nicht durch die immer gleichen Tätigkeiten einseitig belastet werden. „Die meisten arbeiten von 6 Uhr bis kurz vor 11 auf dem Spargelfeld. Nach einer Mittagspause kümmern sich einige dann um die Tannenbäume bis etwa um 17 Uhr“, erklärt Leinemann.

Trotz der Abwechslung ist die Arbeit anstrengend. Auch für junge, geübte Erntehelfer wie Kuma. „Solange ich fit bin, mache ich weiter. Aber bestimmt nicht ewig“, sagt er. Im Schnitt hören die meisten auf dem Hof von Leinemann im Alter zwischen 50 und 60 Jahren auf. Und Leinemann hat auch in den vergangenen Jahren gemerkt, dass die Erntehelfer immer früher aufhören.

Irgendwann sei der Bedarf mit polnischen oder auch rumänischen Arbeitskräften nicht mehr zu decken. „Dann müssen wir weiter nach Osten gucken, in die Ukraine zum Beispiel. Das ist nur eine Frage der Zeit“, ist sich Leinemann sicher. Davon geht auch Martin Albers vom Landvolk Celle aus. „Aus den EU-Ländern kommen immer weniger. Andere Staaten wie die Ukraine rücken stärker in den Vordergrund.“ Weil das Land nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bräuchte es dafür aber ein Abkommen zwischen beiden Staaten. Darum müsse sich die Bundesregierung kümmern, fordern die Landwirte.

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