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Nienhagen "Das Denkmal muss bleiben"
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen "Das Denkmal muss bleiben"
17:04 05.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

In die Diskussion um den möglichen Abriss des Kriegerdenkmals in Nienhagen hat sich der Heimatverein klar positioniert. "Keine andere Gemeinde käme auf die Idee, ein Kriegerdenkmal abzureißen", sagte der Vereinsvorsitzende Gunter Heuer. "Wir sind eindeutig für den Wiederaufbau, das Denkmal muss bleiben."

Er habe bei einem Treffen die Mitglieder des Heimatvereins gefragt, führte Heuer aus. Einstimmig sei man zu dem Ergebnis gekommen, wonach das Denkmal aus dem Jahr 1921, das an die Toten des Ersten Weltkrieges erinnert, restauriert werden müsse. "Es gehört ins Dorf. Das hat auch mit Ehrfurcht gegenüber den gefallenen Söhnen des Dorfes zu tun", machte Heuer den Standpunkt des Heimatvereins klar. Er habe den Bund Deutscher Kriegsgräberfürsorge kontaktiert, ob es überhaupt möglich sei, das Denkmal abzureißen. Dabei sei herausgekommen, dass die Gemeinde das schon dürfte, das Mahnmal sei nicht geschützt. Klar ist inzwischen aber auch, dass die Überlegungen auf reichlich Widerstand treffen.

Weil das Denkmal im Rathauspark marode ist, wird derzeit über einen möglichen Rückbau diskutiert, wie im Verwaltungsdeutsch ein Abriss genannt wird. Das Denkmal hat Risse, innen ist es feucht. Die Standsicherheit ist nicht mehr gegeben. Bürgermeister Jörg Makel hat sich gegen einen Wiederaufbau ausgesprochen, auch weil es im Kirchturm einen weiteren Gedenkort gibt. Dort wird an die Toten beider Weltkriege erinnert, am Volkstrauertag werden hier Kränze niedergelegt. Er hatte auch den Helden-Begriff auf der Inschrift problematisiert.

Der Seniorenbeirat hat sich ebenfalls in die Diskussion eingeschaltet. Einig ist sich das vor knapp drei Jahren ins Leben gerufene Gremium in Sachen Kriegerdenkmal aber nicht, sagte die stellvertretende Vorsitzende Roswitha Sartorius. Einige Mitglieder plädierten für den Erhalt, also den Wiederaufbau des Denkmals, andere seien dagegen. "Wir sind wie das ganze Dorf zwiegespalten", so Sartorius.

Sie selbst macht sich für eine Kompromisslösung stark. Die gebürtige Nienhägerin schlägt vor, im Rathauspark eine Erinnerungstafel zu installieren, dafür würde die Gemeinde auf den Wiederaufbau verzichten. "Der Kirchturm als Gedenkstätte ist mir wichtiger als der Steinhaufen im Dorf", erklärte Sartorius.

Unterdessen hat Uwe Schmidt-Seffers eine weitere Variante ins Spiel gebracht. "Vielleicht finden wir auch eine Möglichkeit, in einem Gesamtkonzept der Kinder von Papenhorst zu gedenken", sagte der Pastor. In den letzten Monaten des NS-Regimes waren etwa 30 Säuglinge von Zwangsarbeiterinnen im Kinderlager Papenhorst umgekommen – an Unterernährung, durch Kälte und nicht behandelte Krankheiten. Der Pastor plädiert dafür, die Debatte um das Denkmal zum Anlass zu nehmen, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie an die Toten der Weltkriege erinnert werden soll.

In Nienhagen wird kontrovers über das marode Kriegerdenkmal im Rathauspark diskutiert. Soll der Gedenkstein wieder aufgebaut werden oder nicht?

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