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Nienhagen Eine Straße für Eckhard Hallmann
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Eine Straße für Eckhard Hallmann
18:05 20.08.2010
Nienhagen

Nienhagen hat es wieder getan: Nach einer hitzigen Diskussion haben sich die Ratsmitglieder mehrheitlich dafür entschieden, einem lebenden Menschen eine Straße oder einen Weg zu widmen. Eckhard Hallmann soll diese Ehre zuteil werden. Normalerweise werden derartige Ehrungen erst posthum verliehen – nicht in Nienhagen: „Hier gehen die Uhren offensichtlich anders“, bemerkte Jochen von Frantzius (CDU) während der hitzig geführten Diskussion. Die SPD kritisierte die Vorgehensweise: „Das macht man nicht zu Lebzeiten“, so Jörg Makel.

Welche Straße oder welcher Weg einmal den Namen Hallmanns tragen soll, ist noch nicht entschieden: „Derzeit sind keine Straßen frei“, so von Frantzius. „Wir werden warten, bis wieder etwas verfügbar ist“, erläuterte der Ratsherr. Jörg Makel betonte, die Verdienste von Ehrenbürger Hallmann nicht in Frage stellen zu wollen, riet aber an, den Antrag zurückzustellen. „Wir sollten es bei einer Ausnahme belassen“, so Makel, der damit auf den Klaus-Gärtner-Ring anspielte, um den bereits die gleichen Diskussionen geführt worden waren. Von Frantzius warf den Sozialdemokraten daraufhin vor, dass jede weitere Diskussion Hallmann schade. „Auch haben wir schon mehrere Ausnahmen gemacht“, sagte er.

Hans Engelbert Windelen von der ACD-Fraktion schloss sich ebenfalls Jörg Makel an. „Ich habe mit Hallmann persönlich gesprochen“, so der Ratsherr „und ihm erklärt, warum ich nicht zustimmen kann und will.“ Auch aus Windelens Sicht sei die Benennung einer Straße nach einem Menschen erst posthum angebracht. „Ich finde es nicht gut, wenn Herr von Frantzius uns jetzt die Schuld zuweist, das Eckhard Hallmann Schaden nimmt.“ Bürgermeister Klaus Gärtner begründete den Antrag unter anderem damit, dass viele Einwohner Nienhagens bereits jetzt Probleme hätten, Hallmann als Person einzuordnen.

Ebenfalls diskutiert wurde die Option, das Europabad nach Hallmann zu benennen. Hier habe Hallmann ihn jedoch gebeten, die Straße anstatt des Bades zu wählen, erklärte Gärtner, weil das Bad eines Tages abgerissen werden würde.

Der Ehrenbürger, über den so hitzig diskutiert wurde, kam in der Sitzung nicht zu Wort. „Ich enthalte mich in dieser Diskussion der Stimme“, erklärte er gegenüber der CZ. Er akzeptiere, wie sich die Situation entwickele, sagte er zwei Tage nach der Ratssitzung. Von dem Vorschlag habe er auch nur aus dem Wathlinger Boten erfahren. „Da freut man sich immer – Ehre ist Ehre.“ Mit einer hauchdünnen Mehrheit votierten die Ratsmitglieder letztendlich für den CDU-Antrag.

Von Christian Uthoff