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Nienhagen Experten weisen Grundwasser-Belastung nach
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Experten weisen Grundwasser-Belastung nach
16:47 18.02.2010
Von Simon Ziegler
Nienhagen

„Die Sünden der Vergangenheit holen einen immer ein“, sagt Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube über die Altlasten in Adelheidsdorf. Am Mittwoch hat der Umweltausschuss der Samtgemeinde über die Umweltverschmutzung beraten. Ergebnis: Die Mülldeponie an der Waldstraße soll eingezäunt werden. Zudem ist der Bau von drei Brunnen geplant, um weitere Proben ziehen zu können. Beides zusammen kostet zunächst rund 5000 Euro kosten

Nachdem sich vor rund einem Jahr der Ausschuss mit dem möglichen Gefahrenpotenzial beschäftigt hatte, wurden durch den Abfallzweckverband und externe Fachleute weitere Proben genommen. „Dabei wurden erstmals erhöhte Werte im Grundwasser festgestellt“, sagt Tobias Woeste, Leiter des Abfallzweckverbandes. Vor allem chlorierte Kohlenwasserstoffe seien nachgewiesen worden. Die chemischen Abfälle wurden früher unter anderem in Lösungsmitteln verwendet. Eine Gefährdung für die Anwohner bestehe aber nicht, da die Fließrichtung des Wassers nach Norden weise, so Woeste. Die rund 30 Anlieger wohnen östlich der Müllkippe. Auf der Deponie wurde zwischen 1965 und 1968 Schrott und Hausmüll, darunter Bitumen, Glasvlies sowie PVC verklappt. Auch der Autozulieferer Stankiewicz soll damals Industrieschrott dort entsorgt haben.

Zudem sind alte Luftbildaufnahmen aus dem Jahr 1969 aufgetaucht, die eine weitere wilde Müllablagerung zweifelsfrei nachweisen. Diese Deponie liege laut Woeste rund einen Kilometer südwestlich von der Waldweg-Müllkippe und direkt neben der bereits bekannten Müllkippe von Continental. „Was dort reingebracht wurde, müssen wir erst recherchieren“, sagt der Behördenleiter. In allen drei Müllkippen soll Stankiewicz Abfälle entsorgt haben, heißt es.

Den Stein für die weiteren Untersuchungen ins Rollen gebracht hatte der Adelheidsdorfer Ratsherr Matthias Blazek (BfA). Er hatte mit Zeitzeugen gesprochen, die Hinweise darauf gaben, an welchen Stellen Müllfässer liegen könnten. „Es ist schon eine Art Genugtuung, dass es jetzt herausgekommen ist. Ich habe seit 2001 versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Da wurde aber immer abgewiegelt“, so Blazek. Adelheidsdorfs Bürgermeisterin Susanne Führer warnt vor Panikmache. „Das Thema ist nicht geeignet für politische Schlagzeilen. Ich vertraue den Fachleuten.“ Grube kündigte an, die Müllkippen offensiv aufzuarbeiten.