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Nienhagen "Ganz schlechte Internetverbindungen"
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen "Ganz schlechte Internetverbindungen"
18:01 20.06.2012
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Schnelles Internet für alle - das hatten SVO, Vodafone und der Landkreis Celle versprochen. Doch in Nienhagen soll es Schwierigkeiten mit dem DSL-Netz geben.

UWG-Ratsherr Alexander Hass sprach das Thema am Dienstag im Gemeinderat an. Leute müssten lange auf einen VDSL-Anschluss warten, das Gros der Bevölkerung könne das schnelle Internet gar nicht bekommen, präzisierte Hass gegenüber der CZ. Er selbst „dümpelt mit einer 900er-DSL-Leitung durch das Netz“. Hass befürchtet zudem negative Auswirkungen für die heimischen Unternehmen. Denn vernünftige Internetzugänge gelten inzwischen vielen wichtiger als gute Straßenanbindungen. Das Fazit von Hass: „In Nienhagen gibt es ganz schlechte Internetverbindungen.“

Rückblick: Im April teilten die drei Partner Vodafone, SVO und Landkreis Celle mit, dass jetzt auch Bürger in Hustedt, Bostel, Lachtehausen, Osterloh, Garßen, Bockelskamp, Flackenhorst und Nienhagen sowie Betriebe des Gewerbegebietes Altencelle die schnellen Zugänge beantragen könnten. Der kreisweite Ausbau des Glasfasernetzes kostete rund 1,8 Millionen Euro. 1,5 Millionen Euro wurden über das Konjunkturpaket der Bundesregierung finanziert, den Rest trug der Kreis Celle. Im Mai 2011 war zunächst der nördliche Teil des Kreisgebietes angeschlossen worden. SVO und Vodafone hatten sich 2010 den Auftrag gesichert. Das Konzept: Das Unternehmen wollte neue Kunden, die SVO konnte ihre Leitungen vermieten.

Vodafone sprach angesichts der Beschwerden in Nienhagen gestern von Einzelfällen. „Weniger als eine Handvoll Kunden hat dort Schwierigkeiten“, sagte Unternehmenssprecher Dirk Ellenbeck. Das Netz sei ausgebaut, prinzipiell habe jeder Zugang.

Das hörte sich am Dienstagabend im Gemeinderat ganz anders an. „Auch Vodafone sagt, es ist nichts gut in Nienhagen“, berichtete Bürgermeister Jörg Makel. Nach seiner Darstellung habe ihm das Unternehmen mitgeteilt, dass es technische Probleme in einer Schaltzentrale in Wathlingen geben soll, die zu den Lücken in Nienhagen führten. Wann die Schwierigkeiten behoben werden, sei nicht bekannt.

Nach Landkreis-Angaben müssten 96 Prozent aller Bürger Zugang zum schnellen Internet haben. Darunter versteht man DSL-Leitungen mit einer Bandbreite von mindestens 2 Megabit pro Sekunde. VDSL ist die Turbo-Variante ab 16 Megabit. „Wir hoffen, dass wir über den Mobilfunk LTE eine flächendeckende Lösung hinbekommen“, nannte Kreis-Wirtschaftsförderer Daniel Eckardt eine künftige Alternative. Die Internetanbieter würden derzeit an der LTE-Technik für das hiesige Kreisgebiet arbeiten.