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Nienhagen Gekonnter Mix aus Traditionellem und Modernem in Nienhagen
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22:09 27.08.2017
Bezauberndes Kammermusik-Konzert: Die jungen Musikerinnen überraschen das Publikum in St. Laurentius. Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

Nienhagen. Die fünf jungen Frauen hatten sich durch ihre Arbeit für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ zusammengefunden und bilden seit einem Jahr nun gleich zwei kammermusikalische Quartette: ein reines Streichquartett und ein weiteres mit drei Streichern und einem Akkordeon. So kam auch der Titel des Konzerts zustande: „2 x 4 = 5“. Maria Valassas (Violine), Anna-Liese Siemens (Violine/Viola) und Jennifer Aßmus (Violoncello) besetzten beide Quartette, ergänzt wurden sie von Anna Rübel (Violine) und Anne-Sophie Podaras (Akkordeon). Gemeinsam haben sie das Publikum mit einem bezaubernden Konzert überrascht.

Es war ein ausgewähltes musikalisches Menü: ein gekonnter Mix aus klassisch Traditionellem und extravagant Modernem. Einem leckeren Macaron gleich, befand sich zwischen den sahnigen Zuckerstücken eine pikant-überraschende Creme. Zwischen Mozarts Quartett in C-Dur und dem Presto aus Beethovens Quartett G-Dur standen Dvoráks romantische „Bagatellen“ auf der Liste – eine Füllung lautmalerischer Idylle in einem neuen Arrangement mit Akkordeon statt Harmonium.

Etwas gewöhnungsbedürftig dagegen „schmeckten“ die zwei von vier „Bagatellen“ des zeitgenössischen britischen Komponisten John Webb – ein ungewöhnliches Klangerlebnis. Man hat es nicht nur geschluckt, sondern die präzise und sehr gekonnte Umsetzung des jungen Quartetts (wieder mit Akkordeon) bewundert und mit stürmischem Applaus honoriert.

Zur Belohnung gab es zwei Stücke von Schostakowitsch und dem Andante cantabile aus dem Quartett Nr. 1 von Tschaikowski – romantisch, lieblich, idyllisch –, bevor es prachtvoll opulent mit dem Beethoven-Presto zum Abschluss kam.

Von Doris Hennies