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Nienhagen Gemeinde Nienhagen gibt Blue Diamonds doch Geld
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17:59 26.03.2015
Von Simon Ziegler
Indoor-Musikfestival 30 Jahre Blue Diamonds Blue Diamonds Quelle: Benjamin Westhoff
Nienhagen

So macht man Druck auf Politik und Verwaltung: Rund 30 Mitglieder der Blue Diamonds kamen am Dienstagabend in den Nienhagener Gemeinderat und sorgten für die am besten besuchte Ratssitzung seit langer Zeit. Mit der Präsenz wollten sie die Ratsmitglieder davon überzeugen, dass die Gemeinde den WM-Start Ende Juni/Anfang Juli in Kopenhagen sponsert.

Die Musiker erreichten ihr Ziel. Der Vorsitzende Christian Korn hielt eine flammende Rede. „Uns geht langsam die Luft aus, weil wir nicht mehr liquide sind. Ich erwarte etwas mehr Unterstützung, Sie schmücken sich schließlich auch mit uns“, richtete er das Wort an Bürgermeister und Ratsmitglieder. 22.000 Euro haben die Blue Diamonds inzwischen zusammen. Doch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Showbands in Kopenhagen kostet das Drum & Bugle Corps etwa 45.000 Euro. Die große Summe fällt an, weil Übernachtungen für 60 Leute, Bus, Verpflegung, Trainingscamp, fehlende Instrumente, extra engagierte Trainer und Versicherungen bezahlt werden müssen.

Die Bürgerliche Liste hatte beantragt, den Blue Diamonds 5000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Das ist ein besonderes Ereignis, wenn junge Leute zur WM fahren und Musik machen. Das sollten wir unterstützen“, sagte Heinz-Henning Rode.

Bürgermeister Jörg Makel verwies nicht nur auf die finanziell prekäre Lage der Gemeinde, sondern auch auf den Umstand, dass der defizitäre Haushalt vom Landkreis noch nicht genehmigt sei. „Wir hätten diese Mittel überplanmäßig einstellen müssen und damit bewusst ein weiteres Haushaltsdefizit entwickelt. Das wäre in Zeiten einer Haushaltskonsolidierung rechtswidrig“, sagte Makel. Er machte einen anderen Vorschlag. Aus dem Topf der Vereinsförderung könnten etwa 4000 Euro locker gemacht werden. Kehrseite der Medaille: Einzelvorhaben von anderen Vereinen wie dem SV Nienhagen könnten dann dieses Jahr nicht gefördert werden.

Nach einer Sitzungsunterbrechung stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit für diesen Kompromiss. Die Bürgerliche Liste enthielt sich, weil sie am eigenen Vorschlag festhielt.

Unterdessen ist klar, dass die Blue Diamonds noch lange nicht ihr Ziel erreicht haben, nach Kopenhagen zu fahren. Trotz dieser Unterstützung der Gemeinde – Makel hatte außerdem zugesagt, die Spritkosten zu übernehmen – fehlen noch etliche tausend Euro. Weil junge Menschen „ein ganzes Leben von einer WM-Teilnahme zehren“, wie Jochen von Frantzius (CDU) sagte, plädierte er dafür, dass die Ratsmitglieder überlegen sollten, zwei Monate auf ihre Aufwandsentschädigung zu verzichten. Alexander Hass kündigte in der Sitzung an, dass die UWG Geld spenden werde. Auch der SPD-Ortsverein wird die Fahrt der Blue Diamonds finanziell bezuschussen.