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Nienhagen Göttin mit Maserati-Motor
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14:29 09.11.2018
Schon vor über 40 Jahren verfügte der Citroën SM, den Dietmar Panitz besitzt, über technische Finessen, die heute in der Autowerbung als neuester Schrei verkauft werden, wie Scheinwerfer, die dem Kurvenverlauf folgen. Quelle: Lothar H. Bluhm
Nienhagen

Nein, die vielen Citroën-Modelle unterschiedlicher Größen – von der Ente bis zum Oldtimer – die in den Glasvitrinen stehen, gelten nicht. Auch nicht die zahlreichen Pokale und der goldene Siegerkranz an der Wand: Sie verdeutlichen aber intensiv, dass sich Dietmar Panitz ganz stark mit den französischen Autos befasst. Schließlich war er über 18 Jahre Präsident des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen des Citroën-Veteranen-Clubs.

Es geht aber nur um den silbergrauen Citroën SM, Baujahr 1972, den Panitz 2001 gekauft hat. „Da war nichts dran, nachdem er vorher grundüberholt wurde“, sagt der Diplom-Ingenieur, der selbst an vielen Fahrzeugen geschraubt hat. „Nö, jetzt schraube ich nicht mehr. Nur noch, wenn es nicht anders geht“, bekennt der Ruheständler.

Dafür fährt er lieber. Das Saisonkennzeichen an seinem großen Oldtimer ermöglicht ihm Ausfahrten zwischen April und Oktober. „Da entscheiden wir selbst, wann ein Sonntag für Touren ist“, macht seine Frau Roswitha deutlich, dass es auch ihr Spaß macht, mit dem 170-PS-Auto durch die Gegend zu fahren.

„Schon in den frühen 1960er Jahren arbeiteten die Citroën-Ingenieure an einer schnelleren Variante des DS, ‚déesse, der Göttin‘, wie die Franzosen sagen“, erläutert Panitz die Geschichte dieses Typs. „Die Motorisierung des SM-Sportcoupés, das im März 1970 erschien, fiel auf ein Aggregat von Maserati.“ Den Aluminium-V6-Motor entwickelte der berühmte Konstrukteur Alfieri binnen sechs Wochen nach den genauen Vorgaben des Pariser Hauses.

Beim Genfer Autosalon 1970 debütierte das Modell SM mit der rasanten aerodynamischen Karosserie vor einer psychedelischen Pop-Art-Kulisse. Im Vorfeld wurde lediglich ein kleines Hydraulikbauteil beworben: Die zentrifugal wirkende Steuerpumpe für die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung. „Diese giftig-direkte, spielend leichtgängige Wunderlenkung stellt sich wie von Zauberhand in jeder Fahrsituation automatisch auf Geradeausfahrt ein“, schwärmt Panitz. Bei zunehmender Geschwindigkeit werde sie gleichzeitig härter und indirekter, sodass das Reisen bei über 220 Stundenkilometern sicher und komfortabel zugleich sei.

„Mein Wagen wurde aus Italien importiert. Rund 2970 von 1970 bis 1975 dort verkaufte SM standen 971 in Deutschland gegenüber. In Frankreich waren es 5500 Autos“, sagt Panitz über sein Fahrzeug, das verschiedene Besonderheiten hat: Das vordere Nummernschild ist hinter einer Glasscheibe gesichert. Die Hydropneumatik bewirkt, dass viele SM-Fahrer meinen, kein anderer Citroën federe weicher. Das Einspeichenlenkrad mit dem goldenen Citroën-Logo ist etwas Spezielles. Unter den ledernen Seitenarmlehnen hinten und vorne befinden sich kleine Ablagefächer und wo heute unter der Windschutzscheibe Airbags Platz finden, hat der Citroën-SM ein abschließbares geräumiges Handschuhfach.

Die Instrumententafel wird abends in dezentem Blau indirekt beleuchtet und sorgt so für entspanntes Reisen. Damit der Citroën-SM sowohl für kleinere als auch für größere Fahrer angenehm zu lenken ist, ist das Steuerrad in der Höhe und in der Weite einstellbar. Und: Die Scheinwerfer passen sich der Lenkung an und beleuchten so auch die Kurvenbereiche der Straße. „Das ist ein mechanisches System, das bei heutigen Autos oft als super-fortschrittlich deklariert wird: Das hatte der Citroen schon vor über 40 Jahren“, relativiert Roswitha Panitz jetzige Werbefeldzüge verschiedener Fabrikate.

Vor dem Start leuchtet eine wahre Lichtorgel in verschiedenen Farben dem Fahrer entgegen: die Kontrollleuchten. „Wenn ein Lämpchen leuchtet, dann stimmt auch was nicht“, erzählt Panitz aus Erfahrung.

Seine Liebe zu französischen Autos begann während des Studiums 1968. Da fuhr Panitz eine Ente, einen 2 CV. Später folgten dann ein Ami 6, bevor er dann einen gebrauchten DS kaufte. Als Panitz dieses ursprünglich in Italien zugelassene Auto übernahm, fand er beim gründlichen Aussaugen unter der Fußmatte eine italienische 50 Lire-Münze mit dem Motiv von Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers und der Schmiede, am Amboss. Die hängt seither im Bereich des Armaturenbrettes und sorgt so für eine unfallfreie Fahrt.

Von Lothar H. Bluhm

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