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Nienhagen Jiddische Klänge mit Chor und Band
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Jiddische Klänge mit Chor und Band
13:57 04.04.2016
Nienhagen

Da war einerseits die Hamburg Klezmer Band zu hören mit einem Programm, das nicht nur auffallend gut gespielt war, sondern auch viel vom Wesen der freudespendenden Klezmer-Musik verbreitete. Da war andererseits aber auch der Choro Mixturo unter Hartmut Nemitz, der sich zwar redlich mühte seinem Chor einen möglichst authentischen „Jiddisch“-Klang zu vermitteln, dabei aber leider nur bedingt zum Ziel kam. Choro Mixturo sang die Musik der Ostjuden immer möglichst genau und konzentriert, vermittelte aber kaum die dieser Musik so wesenhafte Verbindung von Melancholie und Lebensfreude. Diese Musik ringt sich irgendwie letztlich immer zu einer optimistischen Weltsicht durch. Das macht sie so einzigartig und eben auch so bedeutend. Das kommt aber nur dann beim Publikum an, wenn man über die technischen Belange der Stücke erhaben ist. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann klingt derlei Musik, wie an diesem Abend, gar zu leicht nach einem Suchen nach dem rechten Ausdruck. Sie ist dann aber selbst zu wenig Ausdruck.

Ganz anders dagegen die Hamburg Klezmer Band. Diese bot ein äußerst vielseitiges Programm jiddischer Musik unterschiedlichster Herkunft, mal eher schlicht und ausdrucksvoll ohne ins Sentimentale abzugleiten, oft aber virtuos und mit unbändiger Tanzlust. Die Band spielte in der Besetzung mit Geige, Akkordeon und Tuba einerseits traditionelle Klezmerstücke, aber sie erkundet auch neue musikalische Wege abseits der ausgetretenen Pfade. So werden die Klezmerklänge der Hamburg Klezmer Band manchmal geradezu zu mitreißender Weltmusik. Ein starker Eindruck.

Zu ein paar einzelnen Nummern hatte man noch die So-pranistin Michaela Ische als Gesangssolistin gebeten. Das Zusammenspiel klappte gut, trotzdem aber überzeugte diese Kombination nicht recht. Das lag nicht an der Sängerin, sondern an der schlechten Aussteuerung der Verstärker. Die Sopranstimme war meist viel zu laut und durch den Hall fast vollkommen unverständlich, was bei den oftmals tiefsinnigen Texten schade war. So bleibt als besonders gut in Erinnerung bleibender Konzertteil vor allem die Hamburg Klezmer Band in Erinnerung.

Von Reinald Hanke