Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Nienhagen Jörg Makel sieht "Sorgenkind" auf gutem Weg
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Jörg Makel sieht "Sorgenkind" auf gutem Weg
18:16 15.01.2017
In seiner Ansprache bat Bürgermeister Jörg Makel seine Zuhörer, in der Gemeinde mitzubestimmen und Verantwortung zu übernehmen.  Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

Nienhagen lebe schon seit einigen Jahren nicht mehr über seine Verhältnisse und habe eine jährliche Neuverschuldung von einer halben Million auf gerade mal sechs Euro pro Kopf reduziert. „Ich als Vater wäre stolz, wenn mein Kind einen Weg aufzeigt, wie es wieder aus den Schulden kommt“, stellte Makel fest.

Für den festlichen Rahmen sorgte ein Quartett mit Maria Valassas und Anna-Liese Siemens (Violine), Jennifer Aßmus (Violoncello) und Anne-Sophie Podaras (Akkordeon). Sie spielen im regionalen Sinfonieorchester und hatten den Abend mit Werken von Antonin Dvorák eingeleitet.

Als „Geschichtentantengroßmuttererzählerin“ hatte Makel Ingrid Marxen-Glauner in seine Rede eingebunden. Sie trug die Geschichte von der Chinesin vor, die jahrelang mit zwei Krügen Wasser in ihr Haus holte. Einer der Krüge war leck, sorgte aber auf der Seite des Weges zwischen Wasserstelle und Haus, an die er Teile seines Inhalts abgab, für blühende Blumen. Jeder von uns besitze Schwächen und Fehler, die ihn einzigartig machen. Es seien gerade die Unvollkommenheiten und Sprünge, die das Leben so einmalig und reich machten, schlussfolgerte Makel aus der Parabel und sagte: „Nimm jeden Menschen, wie er nun einmal ist, und sehe das Positive in ihm.“

Dass es Training und Unterstützung braucht, um an die Spitze zu gelangen, das zeigten Fehdi Rodehorst, Christopher Chong sowie Ashley, Lyndsey und Selina Campbell, die sich als mehrfache deutsche Meister oder Vizemeister sowie als Vizeweltmeister im Streetdance längst einen Namen gemacht haben. Für drei Tänze erhielten sie Zwischenapplaus und starken Beifall.

In seinem Rückblick auf 2016 erinnerte Makel stellvertretend für andere an Anja Mikolaiczak-Gnadt, Unterstützerin des lokalen Fußballs, an Barbara Sieverling aus der Samtgemeindeverwaltung, an Susanne Meckel, für die vor zwei Jahren eine große Typisierungsaktion organisiert worden war, und an Friseurin Gesa Borso, die alle im vergangenen Jahr starben. Er vergaß auch nicht Katze Egon, die viele vom Edeka-Parkplatz kannten.

An seine Zuhörer appellierte Makel, sich weiterhin einzubringen. „Trauen Sie sich Mitbestimmung zu – ich sage bewusst ,trauen‘ – denn es gibt keine Mitbestimmung, ohne auch gleichzeitig Verantwortung für seine Ideen zu übernehmen.“

Als das Quartett nach Makels Rede mit Werken von Dmitri Schostakowitsch und Ludwig van Beethoven den offiziellen Teil des Abends ausklingen ließ, da befolgten die Gäste längst das, was ihnen der Bürgermeister ans Herz gelegt hatte: Small-Talk oder „Networking“, Kontaktpflege und Gedankenaustausch.

Von Joachim Gries