Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Nienhagen Klavierspielen hält sie fit: Melanie Woita wird 100
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Klavierspielen hält sie fit: Melanie Woita wird 100
20:35 27.01.2014
Von Carsten Richter
Melanie Woita am Klavier: Heute vor genau 100 Jahren begann ihr eindrucksvolles Leben als Sängerin. Seit 2007 lebt sie in der Seniorenresidenz Herzogin-Agnes in Nienhagen. Quelle: Benjamin Westhoff
Nienhagen

Im kleinen Ort Jerxheim, zwischen Helmstedt und Braunschweig, wurde Woita als zweite Tochter eines Soldaten und einer späteren Hebamme geboren. Ihren Vater verlor sie schon in jungen Jahren, er starb 1929. "Sie hat gut für mich gesorgt, konnte aber auch sehr herrisch sein", erzählt Woita über ihre Mutter, die die Familie allein durchbringen musste. Schon früh erhielt die kleine Melanie Klavier- und Gesangsunterricht, das war ihre Leidenschaft. Abends sei ihr oft ein Abendkleid angezogen worden, dann ging es auf die Bühne.

"Von oben habe ich immer nur meinen Bruder angesungen", sagt Woita. Ihr drei Jahre älterer Bruder: Immer und immer wieder kommt sie auf ihn zu sprechen. Sie hat ihn verehrt, den berühmten General Kurt Meyer, der wegen seiner aggressiven, schnellen Kriegsführung zunächst den Beinamen "Schneller Meyer" bekam und später – als Führer einer Panzer-Einheit – als "Panzer-Meyer" einer der berüchtigsten Soldaten der Waffen-SS wurde.

Mit 17 hat sie sich verlobt ("das ist schon sehr früh"), zwei Jahre später, 1933, hat sie den Ingenieur Alfred Feindt geheiratet, ihren ersten Ehemann. Noch vor dem Krieg wurden Tochter Karin und Sohn Klaus-Dieter geboren, 1945 schließlich die zweite Tochter Elke. "Das war eine schlechte Zeit. Ich stand auf der Bühne und habe noch nicht mal Geld genommen. Die Leute waren so dankbar, wenn ich in Kirchen gesungen habe", erinnert sich Woita.

1948 heiratete sie zum zweiten Mal, ein Jahr später wurde der zweite Sohn Ulrich geboren. In den Kreis Celle, nach Großmoor, zog die Familie 1983. Ihr Mann Alfred Woita starb 1999. "Klavierspielen hat mich fit gehalten", meint Melanie Woita, die 2007 in die Seniorenresidenz Herzogin-Agnes nach Nienhagen gezogen ist. Hier steht ihr Klavier, das sie mit 16 bekommen hat, noch heute. Ein treuer Begleiter, fast 100 Jahre lang.