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Nienhagen "Milchmädchenrechnung": Nienhagen streitet über Vereinsgelder
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen "Milchmädchenrechnung": Nienhagen streitet über Vereinsgelder
16:48 21.02.2012
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Hintergrund seiner Kritik ist die Übereinkunft von SPD und CDU, dass Förderanträge von Vereinen um zehn Prozent gekürzt werden sollen. Vergangene Woche beriet der Ausschuss für Jugend und Soziales über rund 25 Anträge - von den Blue Diamonds über die Wasserfreunde und die Pferdesportgemeinschaft bis hin zu Spielmannszug und Feuerwehr. Dabei geht es mal um ein paar hundert Euro Zuschuss für eine Ferienfreizeit, mal geht es um die Finanzierung von Sportgeräten.

Bei der Beratung sei eine Einsparung von 0,33 Prozent am Gemeindehaushalt erzielt worden, hat Überheim ausgerechnet. Insgesamt ging es um rund 2600 Euro, sagt er. "Setzt man die Kosten für die Sitzungsgelder der Ausschussmitglieder in Höhe von 180 Euro zuzüglich der Aufwendungen für die Verwaltungsmitglieder und die Nutzung des Rathauses gegenüber, bleibt noch weniger an Einsparungen im Haushalt der Gemeinde übrig. Das ist fast eine Milchmädchenrechnung des 'Neuen Rathauses', so Überheim. Er wiederholte seine alte Kritik, wonach im vergangenen Jahr die Gemeinde Nienhagen ein Darlehen über 250.000 Euro für die Bücherei im Wathlinger Vier-Generationenpark zur Verfügung gestellt hatte. Er fragt: "Jetzt fehlt es an 2614,88 Euro für die Vereinsförderung in Nienhagen?"

Seine Kritik lassen SPD und CDU nicht unkommentiert. "Wir haben einen Sparwillen", verteidigte Bürgermeister Jörg Makel (SPD) die Kürzungen. Auch die Vereine müssten sich im Klaren sein, dass Zuschussanträge kein Selbstgänger mehr seien. "Wir alle müssen erkennen, dass das Geld nicht mehr wie früher vorhanden ist", sagte er angesichts eines Defizits in diesem Jahr von 1,6 Millionen Euro. Dass Überheim erneut das Bücherei-Darlehen ins Spiel brachte, wies Makel entschieden zurück. "Das ist unredlich, weil so getan wir, als betrage der Zuschuss 250.000 Euro. Zudem wird auch Nienhagen von der Bücherei profitieren."

Hans Engelbert Windelen räumte ein, dass die Einsparungen nicht sehr hoch sind. "Bisher wurde in Nienhagen das Geld mit beiden Händen ausgegeben. Wir müssen in Zukunft mehr darauf achten, welcher Verein förderfähig ist und welcher nicht", sagte der CDU-Politiker. Er erinnerte daran, dass Vereine Sportstätten und Schwimmbäder kostenlos nutzen könnten. "Ich habe das Gefühl, dass die Bürgerliche Liste opportunistisch handelt", kritisierte Windelen. Er meint im Klartext: Die Bürgerliche Liste setzt auf Zustimmung aus den Vereinen, um irgendwann mehr Stimmen zu bekommen.