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Nienhagen Misslungener Kultur-Mix bei Ni-Ku in Nienhagen
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20:14 10.05.2015
Andreas Busch vom Comedy-Duo "Die Buschs": Während Vater Busch sich als Clown versucht, gibt Sohn den Zauberer. Quelle: Benjamin Westhoff
Nienhagen

Varieté, Comedy und Musik hatten die Veranstalter von Nienhagen-Kultur versprochen. Mathias Münch vom Hessischen Rundfunk will mehr als Zwischentexte sprechen, er versucht sich selbst als Comedian. Eine Riesen-Chance für die Künstler, sich abzuheben von diesem Rahmenprogramm und den rund 200 Gästen zu zeigen, was es heißt, gut zu unterhalten.

Das Comedy-Duo „Die Buschs“ aus Erfurt scheint nach dem Rezept allerdings ebenso zu suchen wie Münch. Als sich der Vorhang endlich hebt für die Akrobatin Vera Hummel, ist der Staub längst vergangener DDR-Unterhaltung verflogen und hat Platz gemacht für grandiose Turnkunst, die Zirkuszauber jedoch gänzlich vermissen lässt und im nüchternen Hagensaal völlig deplatziert wirkt.

Markus Mörls Erscheinen auf der Bühne lässt nach der Pause Hoffnung aufkeimen. Sollte der Abend doch noch auf einen Höhepunkt zusteuern? Der frühere Neue-Deutsche-Welle-Star hat die Jahrzehnte nach den achtziger Jahren anscheinend hervorragend überstanden. In roter Lederjacke, blond und mit Sonnenbrille wirkt er nicht nur völlig alterslos, er stellt auch unter Beweis, dass die alten NDW-Hits immer noch Konjunktur haben. Mit ihm kommt im Saal zum ersten Mal Stimmung auf – und verschwindet ganz schnell wieder.

Das Licht seiner „Kleinen Taschenlampe“ setzt nur einen ganz kurzen Spot, dann verkümmert sein Achtziger-Jahre-Revival nach kaum 15 Minuten. Anders als angekündigt erzählt er keine einzige Insidergeschichte aus zum Beispiel alten Hitparaden-Zeiten. Große Musical-Stars oder Comedians wie Jörg Knör haben in der Vergangenheit mit ihren Auftritten bei Ni-Ku gezeigt, dass das Programm einer kleinen Provinzbühne nicht zwangsläufig provinziell sein muss. Dieses Mal ging die Gleichung leider nicht auf.

Von Anke Schlicht