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Nienhagen Mit der Rikscha durchs Dorf
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Mit der Rikscha durchs Dorf
16:56 07.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: John SlaytorMOBILEE 0420342007
Nienhagen

Rund zwei Monate nach Start des Nienhäger Car-Sharing-Modells wird über eine Ausweitung des kreisweit einmaligen Projekts nachgedacht. Was klingt wie ein Aprilscherz, soll schon bald Realität werden: Der Verein Greenhagen plant die Anschaffung eines Rikscha-Taxis.

„Wir wollen ein zusätzliches Angebot schaffen“, sagt Bürgermeister Jörg Makel. Der Fahrradtransport soll unter der Überschrift „Jung fährt Alt“ laufen. Jüngere Leute – wobei damit wohl alle gemeint sind, die sich fit genug fühlen – bieten Senioren an, sie auf dem Fahrrad irgendwo hinzufahren. Zum Beispiel zum Einkaufen. „Die Idee ist aus Schleswig-Holstein“, sagt Makel. Senioren, die bisher mit ihrem Rollator einen Bewegungsradius von 100 Metern hatten, sollen per Rikscha deutlich mobiler werden.

Das Fahrrad-Taxi ist aber nicht die einzige Neuerung. Der Verein Greenhagen will auch zwei eigene Autos für das Car-Sharing anschaffen. Auch über eine Ladestation für ein Elektro-Auto wird nachgedacht. Dazu kommen zwei Elektro-Fahrräder. Das Car-Sharing soll mit einem Carport beim Wohnmobilplatz in der Ortsmitte angesiedelt werden. Bisher läuft das Projekt über Autos, die der Apotheker Mehran Arjomand finanziert hatte.

Außerdem sollen in Nienhagen, Papenhorst und Nienhorst Bänke aufgestellt werden. Denn um die Car-Sharing-Wagen zu nutzen, muss man ja erstmal zum Dorfplatz kommen. Mit den Bänken wird ein alter Vorschlag des früheren Ratsherrn Hans Engelbert Windelen aufgegriffen, der das Mitfahrprojekt „Nahverkehr für alle“ entworfen hatte. Zumindest ein Teil seiner Ideen könnte bald umgesetzt werden. Wer sich auf eine der Bänke setzt, hofft darauf, zum Dorfplatz mitgenommen zu werden. Und dort leiht er sich dann einen Wagen aus.

Das Klimaschutz-Vorzeigeprojekt mit Autos, Elektro-Rädern und Co. kostet eine Menge Geld. Der Verein Greenhagen hat als Träger des Car-Sharings bei der Leader-Region Aller-Fuhse-Aue einen Antrag auf Fördermittel gestellt. "Der Antrag wurde bei der Leader-Region positiv aufgenommen. Der Verein wartet auf einen positiven Bescheid", sagt Makel. Es geht um eine Menge Geld. Greenhagen hofft auf einen Zuschuss von 92.000 Euro. Die Gemeinde müsste eine Kofinanzierung von 22.000 Euro stemmen.

Doch nicht jeder in Nienhagen ist mit dem Vorgehen einverstanden. Bei der UWG stoßen die Pläne auf Widerspruch. "Hier wird auf Stadtniveau geplant", kritisiert Ratsherr Alexander Hass. "Es stehen für die Gemeinde sehr hohe Ausgaben wie der Kita-Neubau an. Den Zuschuss der Gemeinde sehen wir nicht", sagte Hass mit Blick auf "die angespannte Haushaltslage". Außerdem seien Fördermittel auch Steuergelder.

Nienhagen ist die einzige Gemeinde im Kreis Celle, in denen es ein Car-Sharing-Modell gibt. Seit dem 1. September können Privatleute ein Auto ausleihen. Das Prozedere ist noch etwas umständlich. Zunächst müssen interessierte Nutzer Mitglied im Greenhagen-Verein werden. Der Jahresbetrag liegt bei 12 Euro. Die Dokumente gibt man unterschrieben in der Oliven-Apotheke ab. Auch eine Kopie des Führerscheins müssen Car-Sharing-Nutzer vorlegen. Sind die formalen Dinge geklärt, bezahlt man in der Apotheke, wo es auch die Autoschlüssel gibt. Ein halber Tag kostet 10 Euro, ein ganzer 20 Euro. Die Autos können online vorbestellt werden. Um das Prozedere einfacher zu machen, soll von den Leader-Mitteln auch in eine professionelle Buchungssoftware investiert werden. Ziel müsste sein, eines Tages alles mit dem Smartphone abwickeln zu können.

Die Auslastung soll bisher bei acht bis zehn Buchungen pro Woche liegen, sagt Makel. "Das ist nicht schlecht, wir haben aber noch Freiraum." Auch die Gemeinde selbst bucht regelmäßig ein Auto.

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