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Nienhagen Mit weichem und vollem Klang überzeugt
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Mit weichem und vollem Klang überzeugt
18:00 03.09.2018
Reinhold Brunotte spielte auf der renovierten Orgel Stücke mit Jazz-Elementen. Quelle: David Borghoff
Nienhagen

NIENHAGEN. Schon die ersten Takte klangen anders als man es an dieser Orgel erwartet hätte! Das lag nicht nur daran, dass Organist Reinhold Brunotte den Anfang der berühmten d-moll-Toccata von Bach in einer jazzigen Form spielte, wie sie Johann Simon Kreuzpointner neu arrangiert hat. Das lag auch daran, dass der neue Klang der Nienhagener Orgel weniger Schärfen hat als vorher und eher weich und voll erschien. Für ungefähr 65.000 Euro ist das Instrument renoviert worden. Und das ist gut so, denn es wurde klanglich eindeutig verbessert. Aus einem Instrument, von dem man nicht recht wusste, ob es eine neobarocke oder eine einfache romantische Orgel sein will, ist nun klar ein Instrument geworden, das über viele Klangfarben verfügt, die für die Literatur ab dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart ideal sind. Für Barockes muss man dann eben Kompromisse machen.

Aus Nienhagen ist von dem besonderen Fall zu berichten, dass man eine gut 50 Jahre alte Orgel gerade noch rechtzeitig vor größeren Schäden bewahrt hat, weil man frühzeitig auf die Warnsignale der Organisten und auch der eben nicht mehr voll funktionstüchtigen Orgel reagiert hat. Vier treibende Kräfte, neben der später hinzugezogenen Orgelrevisorin Dorothea Peppler, haben diese Renovierung wohl in besonderem Maße vorangetrieben. Da ist einerseits der Kirchenvorstand um Fundraiser Harald Schilbock zu nennen, die beiden Organisten Reinhold
Brunotte und Michael Schwenke sowie der Allroundkirchenmusiker Oliver Krause. Pastor Uwe Schmidt-Seffers gab in seinen erläuternden Worten offen zu, dass er in dieser Sache am Anfang eher auf der Bremse stand, weil er die zu erwartende finanzielle Belastung seiner Gemeinde nicht zumuten wollte. Aber letztlich hat er sich vom Elan der Aktiven mitreißen lassen und schien sehr froh, dass das Geldsammeln letztlich so gut gelaufen ist, dass die von der renommierten hannoverschen Firma Hillebrand durchgeführten Orgelarbeiten nun
ihr glückliches Ende gefunden haben. Und das Allerbeste: Die Nienhage-
ner Gemeinde hat mit den Herren Brunotte und Schwenke zwei regelmäßig aus der Nachbarschaft anreisende Musiker, wie sie andernorts in dieser Qualität nur schwer zu finden sind.

Michael Schwenke spielte geschickt und musikalisch durchgestaltet, wenngleich sehr pianistisch, diverse Stücke von Langlais und ein anspruchsvolles Werk von Buxtehude, in dem er gekonnt die Durchdringung von fester Form und fixierter Improvisation hörbar machte. Er demonstrierte mit seinem Buxtehude-Spiel, dass man auch an dieser Barockmusik in sich stimmig spielen kann.

Reinhold Brunotte übernahm den effektvolleren Part mit Stücken, die Jazz-Elemente auf die Orgel übertrugen. Das Schöne war dabei, dass der ältere Brunotte diese Musik auch mit einer fast jugendlichen Selbstverständlichkeit, swingenden Lockerheit und einem inneren Feuer darbot, dass das Zuhören ein Genuss war. So war nicht die etwas beliebig registrierte Mendelssohn-Sonate in der Interpretation von Dorothea Peppler der Höhepunkt des Einweihungsabends, sondern eher das Spiel der Herren Brunotte und Schwenke.

Von Reinald Hanke

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