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Nienhagen Neuer Park in Nienhagen?
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Neuer Park in Nienhagen?
16:19 26.04.2013
Von Simon Ziegler
Der "Erlebnis-, Sinnes- und Therapiegarten" soll 180.000 Euro kosten. Einigen Politikern ist dieser Betrag deutlich zu hoch. Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

„Wir leben in einem gesellschaftlichen Wandel. Ich bin als Bürgermeister nicht nur für den Bau von Kindertagesstätten zuständig und muss nicht nur Gelder in Bildungseinrichtungen pumpen, ich habe auch eine Verpflichtung gegenüber der älteren Generation“, sagt Makel. Er bedauere es zu sehen, wenn sich die Mobilität von Menschen in Seniorenheimen auf das Haus und den Flur beschränkt, da keine zum Spazierengehen einladende Landschaft vorhanden ist.

Die Kosten des Gartens, der für die Allgemeinheit zugänglich sein soll, werden auf insgesamt 180.000 Euro geschätzt. Das Geld würde laut Makel nicht auf einen Schlag anfallen, der erste Abschnitt koste etwa 47.000 Euro. Zudem will sich der Sozialdemokrat dafür einsetzen, dass - wie schon beim Spielplatz Bütenhorst - der Betrag durch ehrenamtliches Engagement verringert wird. Und: Es sollen Gespräche mit der Seniorenresidenz Herzogin Agnes über eine finanzielle Beteiligung geführt werden, schließlich würde das Heim enorm profitieren. Verantwortlich für die Seniorenresidenz, die der Winser Unternehmer Jürgen Lindhorst gebaut hat, ist die Mediko Pflege- und Gesundheitszentren GmbH. Sie ist Teil der Lindhorst-Gruppe.

In dieser Woche hat der Bauausschuss über das Projekt beraten. Die Politik ist vom Sinn offenbar noch längst nicht überzeugt, wie Makel einräumen muss. Besonders Bürgerliche Liste und Grüne hätten weiteren Beratungsbedarf geäußert, sagte der Verwaltungschef nach der Sitzung. Schließlich entschied das Gremium, das Vorhaben zunächst zur erneuten Diskussion in die Fraktionen zu geben. Die Verwaltung soll weitere Informationen zur Verfügung stellen.

Ralf Überheim, Fraktionschef der Gruppe von Bürgerlicher Liste und FDP, kritisierte: „Der erste Abschnitt hätte für die Gemeinde Nienhagen den unumkehrbaren Einstieg in das Projekt bedeutet. Eine Aussage zur Berechnung der späteren Folgekosten fehlte, wie schon bei allen vorherigen Bauprojekten unter der Regie von Bürgermeister Makel. Ohne dieses Zahlenmaterial kann nicht verantwortungsvoll geplant werden“, sagte er. Seine Fraktion will sich dafür einsetzen, Interessenten aus der Privatwirtschaft zu suchen, die sich als Sponsoren für den Bau des Parks engagieren.

Ähnlich äußerte sich CDU-Ausschussmitglied Jochen von Frantzius. Sollte es bei den 180.000 Euro bleiben, werde er nicht zustimmen. „Wir drücken auf die Sparbremse. Bei unserer Finanzlage brauchen wir so etwas gar nicht“, sagte er. Von Frantzius gab zu bedenken, dass es in dem Areal bereits jetzt asphaltierte Wege zum Spazierengehen gibt.

Simon Ziegler