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Nienhagen Nienhäger Pastor verteidigt Kirchenasyl
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Nienhäger Pastor verteidigt Kirchenasyl
17:26 05.02.2015
Von Simon Ziegler
"Akt demokratischer Verantwortung": Uwe Schmidt-Seffers. Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

"Seine 'prinzipielle und fundamentale Ablehnung' des Kirchenasyls damit zu begründen, dass die christlichen Kirchen sich 'über Gesetze hinwegsetzen' würden, kann nicht unwidersprochen bleiben", sagte Schmidt-Seffers.

Denn das Gegenteil sei der Fall. "Wenn Kirchengemeinden Menschen Asyl gewähren, dann geschieht dies nicht gegen das Gesetz oder weil man meint, über dem Gesetz zu stehen, sondern weil man dem Gesetz Geltung verschaffen will. Und das ist ein Akt demokratischer Verantwortung", so der Pastor. Die Zahlen belegten das: Von den 45 im Jahr 2013 beendeten Kirchenasylen in Deutschland wurden 43 Fälle positiv beschieden. Das heißt: Nach nochmaliger rechtlicher Prüfung seien sichere Aufenthaltstitel, zumindest eine weitere Duldung, gewährt werden.

Im Kreis Celle befindet sich nach Schmidt-Seffers Angaben seit August 2014 ein sudanesischer Flüchtling im Kirchenasyl in Eschede. Pastor Christof von Butler, der Kirchenvorstand sowie ein Unterstützerkreis betreuten den politischen Aktivisten, der über Ungarn und Österreich nach Deutschland gekommen ist. Ziel ist, in Verhandlungen mit den Behörden und dem Verwaltungsgericht ein reguläres Asylverfahren zu erreichen. Eine Abschiebung im Zuge der Dublin-Regelungen in das Erstaufnahmeland Ungarn ist nach Einschätzung des Escheder Pastors ausgeschlossen, weil der Mann dort misshandelt worden sei. Auch der Niedersächsische Flüchtlingsrat kümmere sich um den Fall.

Im vergangenen Jahr hatte zudem der Wienhäuser Pastor Diederik Noordveld einem Ehepaar aus Somalia und deren beiden Kindern Kirchenasyl gewährt. Nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung konnte die Familie wieder in ihre Unterkunft in Wienhausen zurückkehren.